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Erkrath: Kommunion gestern und heute

Erkrath : Kommunion gestern und heute

Die ältesten Jubilare sind vor 80 Jahren in der katholischen Kirche St. Johannes zur Kommunion gegangen. Nach der Messe tauschen sie Erinnerungen über strenge Pfarrer und üppige Tortenschlachten von damals aus.

"Ich bin immer noch sehr gläubig", erzählt Margret Hagemann. Deshalb ist sie zur Jubiläumsmesse in der katholischen Kirche St. Johannes der Täufer erschienen. Vor 60 Jahren ist die Erkratherin zur Erstkommunion gegangen. Heute erinnert sie sich mit vielen anderen Jubilaren noch an diesen besonderen Tag. Auch Martin Fuhrmans, der vor 60 Jahren seine Erstkommunion gefeiert hat, fühlt sich der Kirche stets verbunden, nicht zuletzt durch seine vielen Tätigkeiten in verschiedenen Gemeinden. "Ich war zehn Jahre lang Messdiener", erzählt er. Heute wohnt er in Münster und singt dort im Domchor. Nach Erkrath kommt er selten, meistens um seine Verwandten zu besuchen – und zur Jubiläumskommunion. Regelmäßig geht er zur Kirche.

Früher wurde zu Hause gefeiert

Margret Hagemann hingegen hatte in ihrem Leben mehrere schwierige Situationen zu überwinden, die sie eher fester mit dem Glauben zusammengeschweißt haben. Sie wohnt heute in Haan und kommt nicht mehr oft in die Erkrather Kirche. An ihre Kommunionfeier hat sie spezielle Erinnerungen. "Der Pfarrer war viel strenger als heute", bemerkt sie, "wir mussten still stehen und uns möglichst wenig bewegen. Außerdem fing die Messe um acht Uhr an, und wir mussten bereits um sieben Uhr hier sein." Zu Hause gab es eine große Feier mit der gesamten Verwandtschaft. Amüsiert erzählt sie, dass man vorher nichts essen und trinken durfte. "Zu Hause haben dann 40 Leute 30 Torten aufgegessen, weil alle einfach hungrig waren." Martin Fuhrmans hat ebenfalls solche Erinnerungen an seine Feier: "Es wurde immer ein Gruppenfoto vor der Sakristei gemacht", sagt er. Da es an dem Tag jedoch regnete, fiel der Fototermin aus, daher hat er kein einziges Foto von seiner Kommunion. Dennoch gefiel ihm die Feier, die er gemeinsam mit seiner Schwester, die im selben Jahr zur Erstkommunion ging, erlebte. Auch seine Familie hatte die gesamte Verwandtschaft eingeladen. Anders als heute wurde zu Hause und nicht in einem Lokal gefeiert.

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Bei der Jubiläumsmesse waren auch 34 Kommunionkinder aus diesem Jahr dabei, die teilweise in ihren weißen Kleidern gekommen waren. Florian erzählt, dass er mit seiner Familie im Restaurant gefeiert hat. An seiner Kommunionsmesse hat ihm besonders gut gefallen, dass viel gesungen wurde. Neben den Jubilaren, die vor 60 Jahren ihre erste heilige Kommunion feierten, waren auch einige gekommen, in deren Leben das große Ereignis 50, 65 oder 70 Jahre zurückliegt. Bei Elisabeth Rempe und Magdalena Kisters ist die Kommunion sogar 80 Jahre her.

Pfarrer Günter Ernst freute sich über die vielen Jubilare. 39 sind gekommen. "Ich hoffe, dass viele von den diesjährigen Kommunionkindern in 50 Jahren auch wieder in der Kirche sitzen", sagte er.

Nach der Messe wurde das Jubiläum noch in den Bachstuben gefeiert. Viele brachten alte Fotos mit und tauschten Erinnerungen aus.

(lam)