Wülfrath: Klinik für Straftäter in Wülfrath geplant

Wülfrath: Klinik für Straftäter in Wülfrath geplant

Die Bergische Diakonie Aprath hat dem Land NRW den Standort in Oberdüssel vorgeschlagen. Die Stadt lehnt ihn ab.

Die Bergische Diakonie Aprath hat dem Land Nordrhein-Westfalen jetzt angeboten, auf ihrem Gelände in Wülfrath-Oberdüssel eine forensische Klinik mit 150 Plätzen zu errichten. Die Klinik für Straftäter wäre einer der fünf neuen Standorten in NRW und müsste spätestens 2020 bezugsfertig sein.

"Je nachdem wie schnell die Entwicklung vorangetrieben wird, könnte die Klinik frühestens 2017, spätestens aber 2020 fertig sein", sagte der Vorstand der Bergischen Diakonie Aprath (BDA), Jörg Hohlweger, gestern der Rheinischen Post. Sollte das Land dort tatsächlich die Forensik einrichten, müssten aus Sicht der BDA die dort bestehenden Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen vom Oberdüsseler Gelände verlagert werden.

Eine direkte räumliche Nähe von verhaltensauffälligen und traumatisierten Kindern und Jugendlichen mit psychisch kranken Straftätern sei fachlich nicht zu verantworten, sagt Hohlweger. Eine solche Unvereinbarkeit bestehe auch für den ebenfalls diskutierten Standort "Kleine Höhe", der unmittelbar neben dem BDA-Gelände in Wülfrath-Oberdüssel liegt. Die Diakonie begründet das Angebot mit der Insellage des Areals. Die ursprüngliche Zweckbestimmung des mehr als 75 Hektar großen Oberdüsseler Geländes liege in der Betreuung gefährdeter Menschen in räumlicher Distanz zum städtischen Lebensraum. Immerhin sind Wülfrath, Neviges und Wuppertal weiter entfernt.

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Das sieht die Stadt Wülfrath differenzierter. Dort ist man nach RP-Informationen weniger begeistert von dem BDA-Angebot. "Es gibt keine Einigung in der Standortfrage", sagte gestern Bürgermeisterin Claudia Panke. Kurz zuvor hatte sie sich mit ihren Amtskollegen in Wuppertal und Velbert getroffen, die das Angebot positiv bewerteten. Im Januar wird die Bürgermeisterin im NRW-Gesundheitsministerium in Gesprächen wohl versuchen, einen anderen Standort als den in Wülfrath zu erwirken. Die Chancen schätzen Experten als eher gering ein.

Doch Panke hat bereits bei der Diakonie vorgefühlt, was denn aus den bisher auf dem Gelände beheimateten Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen wird, wenn sie verlagert werden müssen. "Die Stadt hat ein Interesse daran, dass wir hierbleiben, und auch wir orientieren uns innerhalb der Stadt, wo wir hinziehen könnten", sagte Hohlweger gestern unserer Zeitung.

Hohlweger erklärte noch einmal, dass sich die BDA an der Standortentscheidung "nur auf der Grundlage eines vernünftigen politischen Konsenses beteiligen" werde. Dazu seien weitere offene Gespräche mit Beteiligten und Betroffenen unverzichtbar.

(RP/rl)
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