Erkrath: Kleine Lösung für Masterplan Neandertal

Erkrath : Kleine Lösung für Masterplan Neandertal

Ab Februar werden vier Planungsbüros die Gestaltung des Talzentrums rund um das Neanderthal Museum anvisieren.

Es bewegt sich was im Neandertal: Die Projektgemeinschaft aus dem Kreis Mettmann, den Städten Erkrath und Mettmann sowie der Stiftung Neanderthal Museum, die den Masterplan NaturKulTour Neandertal auf den Weg gebracht hat, beginnt mit ersten kleinen Schritten der Umsetzung des Rahmenplans. Den Startschuss gaben Landrat Thomas Hendele, die Bürgermeister Bernd Günther und Arno Werner sowie Gert Kaiser als Vorsitzender des Stiftungsrates des Neanderthal Museums im Rahmen einer Neandertalkonferenz.

Rückblende: Im Rahmen des Masterplans sollten für 6,4 Millionen Euro im Neandertal ein Panorama-Turm mit Aufzug und Verbindung zur S-Bahn-Haltestelle und der Entdeckerturm an der Fundstelle gebaut werden. Allein die Europäische Union wollte das Projekt mit 4,5 Millionen Euro fördern.

Am 14. August vergangenen Jahres stoppte Landrat Thomas Hendele das Projekt. Der Grund: Der Zeitplan mit Planung, Bauen und Abrechnen war nicht zu schaffen. Außerdem stiegen die Kosten wegen vermeintlich unvorhersehbarer Mehrausgaben, sagte der Landrat damals. Fakt ist: Der Kreis war gescheitert mit einem Mammut-Projekt, das dem Neandertal im Rahmen des 2010 beschlossenen Masterplans Neandertal noch mehr nationale und internationale Ausstrahlung gegeben hätte.

Der Kreis, die Städte Erkrath und Mettmann sowie das Neanderthal Museum waren seit 2010 zusehends in die Klemme gekommen. Der Kreis musste laut Bezirksregierung das Projekt mit Entdeckerturm und Panorama-Aufzug bis zum 31. Mai 2015 bauen und abrechnen. Falls nicht, wären keine Zuschüsse aus dem EU-Förderprogramm von 4,5 Millionen Euro geflossen. Das war zeitlich nicht zu schaffen.

Nun geht es in kleinen Schritten über längere Zeit und ohne opulente EU-Zuschüsse ans Werk. "Daher gilt es, eine Projektauswahl zu treffen und eine optimale Umsetzungsreihenfolge zu erarbeiten, die auf der Grundlage einer Aufwand-Nutzen-Abwägung der Maßnahmen fußt", heißt es beim Kreis. Die Gestaltung des Talzentrums rund um das Neanderthal Museum gerät stärker in den Blick: Ab Februar werden sich vier Planungsbüros mit der gestalterischen Aufwertung des Raumes zwischen der Regiobahn-Haltestelle und dem Museumsparkplatz beziehungsweise dem Spielplatz auseinandersetzen. "Die besten Ideen sollen möglichst bald Schritt für Schritt umgesetzt werden", sagt Hendele. Im Neanderthal Museum soll ein Werkstattverfahren in der zweiten Jahreshälfte 2014 zur Gestaltung der Fundstelle des Neandertalers folgen. Konkret soll bald ein neues Beschilderungssystem für die wichtigsten Wegeachsen im Neandertal entwickelt werden. Zudem wird es einen Themenweg zur Kalkindustrie geben.

(RP)
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