1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann

Wülfrath: Kinder Feuer und Flamme

Wülfrath : Kinder Feuer und Flamme

Reportage Acht Vorschulkinder aus dem Kindergarten St. Josef besuchen die Feuerwache. Die Profis demonstrieren im Testlauf: Ein guter Notruf will geübt sein. Die Jungen bestaunen die Einsatzwagen.

Informieren und begeistern — das ist das Ziel von Hauptbrandmeister Michael Schulze, wenn er die kleinen Besucher aus dem Kindergarten St. Josef durch die Feuerwache an der Wilhelmstraße führt. Aufgabe gemeistert? Und ob. Acht Vorschulkinder sind ganz Feuer und Flamme für den heißen Einsatz der Blauröcke. Wilhelmstraße morgens um 9.30 Uhr.

Gestartet wird gemächlich. Im Keller der Feuerwache packen die jungen Gäste erst einmal die Frühstücksdosen aus. Die Füße baumeln noch müde in der Luft, der eine streckt sich, die andere gähnt herzhaft und lehnt den Kopf müde an die Schulter der Freundin.

Zum Wachwerden - und zum Warmwerden mit dem heißen Thema legt Michael Schulze erst einmal ein kurzes Video ein. Film ab. Über die weiße Wand flackern für die Kindergartenkinder bewegende Bilder. Brand in der Wohnung, Mama und Papa außer Haus, kein Entkommen mehr aus dem Kinderzimmer. Was tun? "Mit Bettlaken und Decken die Ritzen an der Tür verschließen. Sonst dringt der gefährliche Rauch in das Zimmer ein.", erklärt einer der kleinen Gäste, "Fenster aufmachen" ein anderer. "Na und dann?", fragt der Profi. "Feuerwehr anrufen" antwortet die jetzt gar nicht mehr so müde Truppe im Chor.

Zwei Telefone auf dem Tisch

Gesagt getan — aber ein guter Notruf will geübt sein. Michael Schulze packt zwei Telefone auf den Tisch. Die Feuerwehr an die eine Seite der Schnur, die Kinder an die andere. Und sobald die "112" getippt ist, ergeben sich die ersten Schwierigkeiten. Wie war denn noch einmal die eigene Hausnummer? Habe ich auch meinen Namen in der Aufregung gesagt? Wie viele Menschenleben gilt es zu retten? Fragen über Fragen. Und obwohl der nette Mann am anderen Apparat geduldig wartet, legt das eine oder andere Kind in dieser ungewohnten Situation den Hörer einfach mitten im Gespräch wieder auf die Gabel.

Nicht so Amelie: "Es brennt in der Küche. Kirschbaumstraße. Mama, Papa und ich sind in Gefahr." Souverän gemeistert, die Familie ist gerettet, der Feuerwehrmann beeindruckt. Die Sechsjährige strahlt. Dann geht es ans Eingemachte, zum Herz der Feuerwehrwache. Ab in die Garage zu den Autos — die Augen der Jungen glänzen. Ehrfürchtig bestaunen sie die großen Einsatzwagen, deren Stoßstange sie gerade mal ein paar Zentimeter überragen und die sogar die Erzieherinnen Anna Becker und Anita Chilmanski klein aussehen lassen.

Spritztour begeistert

Auf los geht's los — Der Hauptbrandmeister lässt nichts anbrennen und packt die ganze Gruppe in den Wagen für eine Spritztour übers Gelände an der Feuerwache. Und als dann die Kinder auf dem Rücksitz vor Vergnügen quieken, schaut auch Michael Schulze zufrieden. "Die Begeisterung der Kindergruppen, die wir hier regelmäßig zu Führungen begrüßen — das macht mir nun schon seit 15 Jahren neben der eigentlichen Arbeit die größte Freude in der Wache."

(nibo)