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Keine Abwärme-Nutzung für Mettmanner Kreisverwaltung

Mettmann : Keine Abwärme-Nutzung für Kreisverwaltung

„Die Linke“ ist mit ihrem Prüfantrag für die Rechenzentren des Kreises im Umweltausschuss gescheitert. Heutige Computer produzierten längst nicht mehr so viel Wärme wie früher, so dass sich diese Technik nur bei großen Rechenzentren lohne, sagt Umweltdezernent Nils Hanheide.

(tpp) Die Kreistags-Fraktion „Die Linke“ war mit ihrem Prüfantrag, die Computer-Abwärme der kreiseigenen Rechenzentren auffangen und nutzen zu lassen, nicht erfolgreich. Der Kreis besitze keine ausreichend großen Server-Räume, in denen sich eine solche Wärmetausch-Technik sinnvoll umsetzen ließe, erklärte die Verwaltung. Die übrigen Fraktionen lobten die grundsätzliche Intention hinter dieser Idee, doch man müsse die Wirtschaftlichkeit und den absoluten Nutzen im einzelnen Fall beachten. „Dies ist eine historische Sitzung“, sagte Landrat Thomas Hendele im Ausschuss für Umwelt- Landschafts- und Naturschutz. Nicht nur sei es die erste Sitzung eines Kreistags-Gremiums nach der „Corona-Pause“, es sei auch der Nachholtermin für die erste Sitzung, die wegen Corona ausgefallen sei. Der Original-Antrag der Linken zur Nutzung von Abwärme datiert daher vom 6. Januar und hätte bereits am 23. Februar diskutiert werden sollen. In dem Papier verweist die Fraktion auf einen Beitrag der ZDF-Sendung „plan b“ vom 30. Dezember 2019, in dem Beispiele für erfolgreiche Abwärme-Systeme in Dresden, Braunschweig und Frankfurt gezeigt worden seien. Die Anschaffung eines Wärmetausch-Systems sei günstiger als die eines „Mini-Blockheizkraftwerks“ und würde große Mengen CO2 einsparen. Die Computerprozessoren würden mit Wasser gekühlt, das sich dabei aufheize und die Energie in einem Wärmetauscher wieder abgeben würde. So spare man an der Kühlung der Computerräume und könne mit der Energie entweder Wohngebäude heizen oder elektrischen Strom erzeugen. „Das ist offenbar eine lukrative Angelegenheit. Das sind keine Peanuts, die man da spart“, sagte Rainer Köster mit Verweis auf Zahlen aus Frankfurt. „Wir werden uns dem technischen Fortschritt nicht verschließen“, kam unterstützend aus den Reihen der CDU. Jedoch: „Die heutigen Computer produzieren längst nicht mehr so viel Wärme wie früher, so dass sich diese Technik nur bei großen Rechenzentren lohnt“, so Umweltdezernent Nils Hanheide. Die Fraktionen schlossen sich dem an, unter der Prämisse, dass „die Verwaltung jetzt an allen Ecken und Enden schon genug zu tun“ habe. Der Prüfantrag der Linken wurde bei nur einer Ja-Stimme (von Rainer Köster) mehrheitlich abgelehnt.