Erkrath: "Kein Atomstrom in Erkrath"

Erkrath: "Kein Atomstrom in Erkrath"

Jeden Montag demonstrieren Mitglieder einer Initiative für saubere Energie und gedenken mit einer Schweigeminute der Opfer der Katastrophe in Japan. In einem Bürgerantrag an den Rat fordern sie, dass die Stadtwerke komplett auf Atomstrom verzichten.

Mit einer Schweigeminute beginnt jeden Montag um 18 Uhr eine Mahnwache, zu der die Initiative "Atomstromfreies Erkrath" aufgerufen hat. Mit der Geste, deren Ernsthaftigkeit durch das Bilden eines Kreises auch nach außen hin demonstriert wird, gedenken die rund zwanzig Teilnehmer der Opfern der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan sowie der vor 25 Jahren in Tschernobyl durch den GAU Getöteten bzw. derer, die noch heute an den Folgen der radioaktiven Verseuchung leiden.

"Durch die Ereignisse in Fukushima sind die Gefahren, die von der Atom Technologie ausgehen, wieder ganz aktuell für mich geworden," erklärt Elke Osthoff auf die Frage, was sie bewegt hat, auf den Hochdahler Markt Markt zu kommen." Zwar ist Tschernobyl mit seinen Folgen immer präsent gewesen. Aber durch die jüngsten Ereignisse in Japan bin ich wach gerüttelt worden," pflichtet ihr Kerstin Braun bei. Die junge Frau gehört zu den regelmäßigen Teilnehmern der Mahnwache: "Ich wünsche mir eine sichere Welt für meine Tochter," sagt sie und drückt die 15-monatige Ada an sich.

Bürgerantrag

"Wir haben einen Bürgerantrag an den Rat der Stadt Erkrath gestellt, in dem wir fordern, dass die Stadtwerke bis Ende diesen, hilfsweise Ende des nächsten Jahres, komplett auf Atomstrom verzichten und mittelfristig ganz auf erneuerbare Energien umsteigen sollen," erklärt Per Weber, Sprecher der Initiative "Atomstromfreies Erkrath", das Ziel der rund 150 Bürger, die den Antrag mit ihm unterschrieben haben.

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Natürlich sei Allen klar, dass die Forderung, den Strombedarf Erkraths ausschließlich aus regenerativen Energien zu decken, bzw. den Strom mit Wind- oder Wasserkraft selbst zu erzeugen, nicht sofort umsetzbar sei. "Wir fordern von der Politik und den Stadtwerken, dass sie ihre Ziele klar definieren und den Weg dorthin konkretisieren." Per Weber und seinen Mitstreitern ist es wichtig klarzustellen, dass sie aus rein privatem und frei von parteipolitisch Interessen handeln: "Natürlich haben wir alle im Rat vertretenen Parteien über unser Anliegen an sie informiert.

Dialog mit Parteien

Von Bündnis 90/Die Grünen sowie der SPD haben wir bereits Zustimmung für unsere Pläne signalisiert bekommen. Wir wünschen uns aber auch den Dialog mit den Vertretern von CDU, FDP sowie BmU", so Weber. "Wir als Bündnis 90/Die Grünen stehen hinter dem Bürgerantrag", sagte Peter Knitsch, der erst vor kurzem bei einer Info-Veranstaltung seiner Partei präsent war.

Dort diskutierte er über Atomkraft, den geplanten Ausstieg und die möglichen Folgen für die Stromversorgung. Detlef Ehlert (SPD) hatte vor kurzem erklärt, dass der Strommix, den die Stadtwerke anbieten bald völlig atomstromfrei sein soll. Das sei das Ziel, das der Aufsichtsrat diskutiere.

(RP)
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