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Katholische Kirche in Mettmann: „Die Kommunikation aufrecht erhalten“

Katholische Kirche in Mettmann : „Die Kommunikation aufrecht erhalten“

Wie der Konflikt zwischen Kardinal Rainer Maria Woelki und dem Diözesanrat des Erzbistums Köln die katholische Gemeinde in Mettmann trifft: Manche verlieren nicht ihren Glauben, aber wenden sich von dieser Kirche ab.

Auf der einen Seite scheinen das Erzbistum Köln, Kardinal Rainer Maria Woelki, der Umgang mit den Missbrauchsfällen und das Misstrauensvotum des Diözesanrats als hohes Laiengremium weit weg zu sein. Dennoch prägen sie zurzeit die Diskussion, auch in der katholischen Gemeinde Mettmann. Aus der Ferne will sich Pfarrer Monsignore Herbert Ullmann nicht auf eine Seite schlagen. „Ich bin immer dafür, die Kommunikation aufrecht zu erhalten“, sagt er in Richtung des Diözesanrats. Vor allem in schwierigen Zeiten sei nicht gut, einen Gesprächsfaden einfach abreißen zu lassen. Zugleich signalisiert er aber auch Verständnis dafür, dass Menschen zwar nicht ihren Glauben verlieren, aber ihm geradeaus erklären: „Ich kann mich mit dieser katholischen Kirche nicht mehr identifizieren.“

Pfarrer Herbert Ullmann hat dies just in seinem unmittelbaren Umfeld erfahren. Sein „Patenkind“ sei mittlerweile ein erwachsener Mann; unter Tränen habe er ihm die Abwendung von der katholischen Kirche gestanden. Und dann haben beide über die Gründe miteinander gesprochen. „Natürlich kann ich nachvollziehen, wenn sich Menschen so entscheiden“, sagt Ullmann. Aber auch in dieser Situation gelte es, miteinander im Gespräch zu bleiben. Mit Kardinal Woelki könne man das sehr gut – auch wenn hinterher nicht derselben Meinung sei, sagt Ullmann.

Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Georg Riewenherm, wägt seine Worte noch vorsichtiger. Was zu der Entscheidung des Diözesanrats geführt habe, dies wisse er nicht aus eigenem Erleben, sondern auch nur aus dem, was in Medien zu lesen und zu hören war. „Eigentlich würde ich mich gerne hier in Mettmann der praktischen Arbeit in einer Gemeinde widmen“, sagt Riewenherm. Aber natürlich müsse auch er in diesen Tagen vielen Freunden und Bekannten Rede und Antwort stehen. „Ich kann nachvollziehen, warum der Diözesanrat so entschieden hat.“ Aber es sei jetzt noch schwerer geworden, eine Lösung zu finden.

Einen Weg hinaus aus dem Dilemma, den wissen weder der Pfarrgemeinderatsvorsitzende noch der Pfarrer. Herbert Ullmann skizziert vorsichtig, was er aus eigenen, scheinbar unlösbaren Situationen mitgenommen habe. „Man kann nur auf vollständige Ehrlichkeit setzen.“ Man müsse deutlich machen, warum man sich wann wie entschieden habe. Dies sei der erste Schritt auf einem Weg, Vertrauen zurück zu gewinnen, den gerade der 2018 vom Kölner Erzbistum angestoßene Pastorale Zukunftsweg verdiene. Unter den Vorwürfen, Anschuldigungen, ja teilweise Verächtlichmachungen leiden beide – Pfarrer und Pfarrgemeinderatsvorsitzender.