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Wülfrath: Kastrationspflicht kommt

Wülfrath : Kastrationspflicht kommt

Die Stadt Wülfrath führt zusätzliche eine Kennzeichnungspflicht für Katzen ein, die aus dem Haus gelassen werden. Die Hunde-Anleinpflicht gilt künftig auf jedem kombinierten Fuß- und Radweg.

Auf Anregung des Tier- und Naturschutzvereins Wülfrath führt die Stadt eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen ein, die von ihren Haltern nach draußen gelassen werden. Der Ausschuss für Umwelt und Ordnung stimmte dem einstimmig zu. Der Tierschutzverein nutzte die ohnehin geplante Änderung des Paragraphen 13 der "Ordnungsbehördlichen Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Gebiet der Stadt Wülfrath" für seinen Vorstoß, denn im § 13 geht es um Tiere.

"Um das Problem immer weiter anwachsender Katzenpopulation einzudämmen, folgen wir dem Vorschlag des Deutschen Tierschutzbundes, uns für die Pflicht zur Kastration und Kennzeichnung anzuschließen", schreiben die Wülfrather Tierschützer an die Stadt.

Haltern droht Verwarnungsgeld

Die große Anzahl freilebender Katzen, die letztendlich von Katzen abstammen, die sich in der Obhut von Menschen befanden und deren Fortpflanzung nicht kontrolliert wurde, stelle die Tierschutzverbände für große Probleme. "Unkastrierte Katzen können sich zwei- bis dreimal pro Jahr fortpflanzen — bei drei bis fünf Jungen steigt ihre Zahl sprunghaft an." Oft werde ihre Versorgung und Fütterung notwendig.

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Der Tier- und Naturschutzverein gibt ein aktuelles Beispiel: Allein in den Monaten April bis Juni mussten im Bereich Düsseler Tor (lockere Wohnbebauung mit viel Grünflächen) 32 freilaufende Katzen und Kater kastriert werden. Etwa die Hälfte der Kosten trug der Verein. Dank einer Spende sei die Aktion möglich gewesen.

Nur durch die Verpflichtung zur Kastration freilaufender Katzen könne der Entwicklung Einhalt geboten werden. Dem schloss sich der Fachausschuss an. Wenn die Satzung in wenigen Monaten in Kraft getreten ist, droht Haltern ein Verwarnungsgeld, wenn ihre freilaufende Katze nicht kastriert und gekennzeichnet ist. Der "Tierparagraph 13" wurde in zwei weiteren Punkten geändert.

Gilt nicht für Assistenzhunde

Die Anleinpflicht wurde ausgeweitet. Sie gilt künftig auch für den Panoramaradweg sowie alle Wege, die mit dem blau-weißen Schild als Raum für Fußgänger und Radfahrer ausgewiesen sind. Ausgenommen sind so genannte "Assistenzhunde". So der Hund eines Rollstuhlfahrers, der auf Hilfeleistungen abgerichtet ist. Wer sich nicht an die Anleinpflicht hält, kann sich darauf verlassen, nur ermahnt zu werden, es droht ein Bußgeld von 20 Euro. Dies gilt auch für Personen, die mit einem Hund unterwegs sind, und kein Behältnis für dessen Hinterlassenschaft vorweisen können. Die Verpflichtung, eine Tüte oder ähnliches bei sich zu tragen, wird in die Verordnung aufgenommen. Ordnungskräfte werden kontrollieren. KOMMENTAR

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(RP/ac)