Mettmann Karneval schreibt Geschichte

Mettmann · Nach 55 Jahren jecken Treibens in der "Neuzeit" wird es höchste Zeit, die Geschichte des Unterbacher Karnevals aufzuschreiben. Die 84-seitige, reich bebilderte Chronik liegt nun vor.

 Sind stolz auf die Festschrift der Erkrather Karnevalisten (v.l.): Präsident Ulrich Stolzenberg, Jochen Schulte, Präsident der Ex-Prinzen, und Pressesprecher Martin Beier.

Sind stolz auf die Festschrift der Erkrather Karnevalisten (v.l.): Präsident Ulrich Stolzenberg, Jochen Schulte, Präsident der Ex-Prinzen, und Pressesprecher Martin Beier.

55 Jahre Karneval der Neuzeit, das ist dem Unterbacher Karnevalsausschuß (KA) schon eine Festschrift wert. Tatsächlich handelt es sich bei der 84seitigen, reich bebilderten und aufwändig hergestellten Chronik um eine ganz besondere Familiensaga. Stolz sind die Unterbacher auf ihren Karneval. Einer der vielen Gründe ist, dass der KA mit fast allen Vereinen in diesem alten Düsseldorfer Stadtteil eng vernetzt ist.

KA-Mitglieder sind im Heimatverein, bei den Rösigen Penn, im Liederkranz, Im Kirchenchor, beim SC Unterbach usw. Jeder kennt jeden oder kennt welche, die jeden kennen. Mit ihrer Festschrift "Karneval von 1957 – 2011" wollen die Karnevalsfreunde deutlich machen, dass der Frohsinn zur 5. Jahreszeit zwar zentraler Auftrag ist. Aber die Fürsorge für Unterbach als "Dorfgemeinschaft" ist den KA-Mitgliedern genau so wichtig.

Beginn beim Freundschaftsspiel

Angefangen hat es 1957, als ein Freundschaftsspiel der Sportler des SC Unterbach gegen die Männer der Freiwilligen Feuerwehr organisiert wurde. Die Fußballer spielten in weißen Nachthemden, die Feuerwehr-Männer in ihren Uniformen mit Spritze. Übrigens wurde das Spiel auf dem Sportplatz in Unterfeldhaus ausgerichtet. Das Spiel muss so komisch gewesen sein, dass es als die Geburtsstunde des neuzeitlichen Karnevals angesehen wird. Alle waren da. Wer nicht spiele, schaute zu.

Gesammelt wurde für einen Gedenkstein für die im Krieg getöteten Sportler – also von Anfang an ein Freudenfest mit gemeinnützigem Hintergrund. Diese verkleideten Sportler organsierten den ersten Umzug und sind die Urzelle des heutigen KA. Aber schon im 19. Jahrhundert wurden in Unterbach Karnevalsumzüge organisiert. Aber die geschichtlichen Belege sind eher dürftig.

In den 1870er Jahren wurde ein Umzug erwähnt, auch vor dem 1. Weltkrieg. 1936 wurde der Humoristen-Verein verboten. Und darum bleibt man lieber beim Datum 1957. Und was danach passierte, wissen die KA-Verantwortlichen genau. In vielen, meist bunten Fotos werden Prinzepaare, Jugend-Elferräte, Tanzgarden und Kinderprinzenpaare gezeigt.

Die Chronik hat eine Auflage von 1500 Stück und kann für 6 Euro erworben werden. Für jedes Exemplar geht 1 Euro als Spende an das Kinderhospiz Regenbogenland, ganz im Sinne der Gemeinnützigkeit. Martin Beier und Dr. Lothar Bartsch zeichnen verantwortlich für die Beiträge.Assistiert haben Toni Straeten, Ulrich Stolzenberg und Rolf-Rüdiger Voss.

Und was passiert 2012? Die wichtige Frage – Wer wird neuer Prinz? – ist noch Geheimnis. Das werde zur gegebenen Zeit bekannt gegeben, sagen die Verantwortlichen würdevoll. Mit den Düsseldorfer Gepflogenheiten wollen sie nicht verglichen werden. Schließlich dürfen sie "auf ewig" ihren eigenen Prinzen küren. Das haben sie schriftlich.

(gund)
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