Erkrath: Kanal-TÜV: 4000 Grundstücke betroffen

Erkrath: Kanal-TÜV: 4000 Grundstücke betroffen

Eine Überprüfung ist nur in der Wasserschutzzone nötig. Die CDU zweifelt Notwendigkeit des rot-grünen Gesetzes an.

Das kann teuer werden: In der vergangenen Woche ist im Landtag die Überprüfung von privaten Abwasserleitungen auf Dichtigkeit neu geregelt worden. Daraus resultiert, dass Hauseigentümer aus Gründen der Vorsorge für Grund- und Trinkwasser in Wasserschutzzonen ihre Kanäle überprüfen und gegebenenfalls auch reparieren lassen müssen. In Erkrath sind davon 4000 Grundstücke betroffen. Sie liegen im Ortsteil Hochdahl, wo die Stadtwerke ihre Trinkwasserbrunnen haben. "Da können einschließlich Reparaturen schnell mehrere Tausend Euro an Kosten für den einzelnen Hausbesitzer zusammenkommen", sagt CDU-Stadtverbandsvorsitzender Mario Krechel. "Dabei sind schädliche Auswirkungen auf die Umwelt durch beschädigte Abwasserrohre von Privathaushalten nach wie vor umstritten", so Krechel weiter. Die CDU-Landtagsfraktion hatte sich dafür eingesetzt, eine Dichtheitsprüfung nur im begründeten Verdachtsfall vornehmen zu lassen.

SPD-Fraktionschef Detlef Ehlert sieht die neue Regelung gelassen. In den Ortsteilen Alt-Erkrath und Unterfeldhaus sowie westlich der Bergischen Allee sei die Kontrolle nun nicht mehr kurzfristig nötig, entlaste also die privaten Grundstückseigentümer deutlich, sagt er. "Die Stadtverwaltung muss nun die Durchführungsbestimmungen zum Kanal-TÜV auswerten und umsetzen", sagt Krechel. Die CDU Erkrath erwartet von der Verwaltung, dass die Vorgaben in Ruhe und genau auf kommunale Gestaltungsspielräume geprüft werden, um die Belastungen für die Erkrather Haushalte so gering wie möglich zu halten. Für die Häuser außerhalb von Wasserschutzgebieten müsse eine klare Regelung geschaffen werden. Die Bürger werden nun in den nächsten Wochen durch Flugzettel und Hinweise in der Öffentlichkeit von der Verwaltung informiert. "Bis wann die Reparaturen erledigt sein sollen, wissen wir aber noch nicht", sagte Tiefbauamtsleiter Heinz-Peter Heffungs im März dieses Jahres. Die Prüfung, so der Experte, koste ein paar Hundert Euro und werde von zertifizierten Unternehmen erledigt. "Die Verwaltung hat einen Beratungsauftrag und wird den Bürgern Betriebe nennen können." Teuer könne es allerdings werden, wenn poröse Stellen entdeckt werden, die repariert werden müssten. Ob Kanäle auch außerhalb der Wasserschutzzone geprüft werden müssen, sollen die Kommunen nun allein entscheiden. "Das wird dann jede Gemeinde anders handhaben", sagt Heffungs damals, "ich fände eine einheitliche Lösung sinnvoller." Der Tiefbauamtsleiter ist der Ansicht, dass alle Kanäle geprüft werden müssten. Er verweist darauf, dass defekte Kanäle außerhalb der Schutzzone unter Umständen unentdeckt bleiben. Abwasser könne das Grundwasser verschmutzen. Oder, wenn Grundwasser in Abwasserkanäle dringt, würde das dem Bakterienhaushalt in den Kläranlagen schaden.

(RP)
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