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Erkrath: Kampf um die Ehefrau

Erkrath : Kampf um die Ehefrau

Viele Erkrather amüsieren sich bei der britischen Komödie "Wenn der Kuckuck dreimal ruft". Darin geht es um einen Seitensprung und die Erkenntnis, "dass das Gras jenseits des Gartenzauns auch nicht grüner ist als zu Hause".

Mit dem Theaterstück "Wenn der Kuckuck dreimal ruft" lieferte das Kulturamt der Stadt Erkrath seine erste Aufführung im neuen Jahr. Die Riege der bekannten Schauspieler lockte so viele Besucher, dass die Stadthalle bis auf wenige Plätze ausgebucht war. Die bekanntesten Akteure waren Christian Wolff (Ehemann Victor) und Anja Kruse (Ehefrau Hilary), die beide in der TV-Serie Forsthaus Falkenau gespielt haben. In dem Fünf- Personen-Stück spielten außerdem Patrick Wolff, der Sohn von Christian Wolff (Liebhaber Charles), Olivia Silhavy (Freundin Hattie) und Rolf Kushier (Butler).

Mysteriöser Kuckucksruf

Der deutsche Titel der Boulevard-Komödie hat mit dem englischen Original nichts zu tun. Dort heißt es übersetzt "Das Gras ist grüner", vielleicht genauso schräg wie der deutsche Titel, aber verständlicher, wenn man die Komödie gesehen hat. Denn Ehemann Victor sagt, dass der Ehebrecher irgendwann feststellt, dass das Gras auf der anderen Seite des Zauns genauso grün ist wie zu Hause im eigenen Garten.

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Zwar hört man im Stück immer wieder den Kuckuck rufen. Aber warum, wird nicht klar. Das Stück strotzt nur so vor unterkühltem englischem Humor. Die Pointen waren weniger zum Schenkelklopfen als vielmehr zum Schmunzeln. Geschrieben hat das Stück ein englisches Ehepaar: Hugh und Margaret Williams — beide Schauspieler. In den 50er und 60er Jahren wurde die Komödie mit großem Erfolg, vor allem in England und in New York, aufgeführt. In den USA wurde der Stoff mit Cary Grant und Deborah Kerr erfolgreich verfilmt. Die Hauptrolle des Theaterstücks in London spielte der Autor jahrelang selbst. Sein Sohn Simon Williams erinnerte sich 2009 bei der Wiederaufnahme des Stücks, dass sein Vater sich eigentlich in diesem Stück selbst gespielt habe. Nur sei er auf der Bühne sympatischer gewesen als zu Hause.

Die Komödie handelt von den Bemühungen eines Ehemannes um den Erhalt der Ehe sowie um sein einfallsreiches Werben um seine Frau, nachdem diese in den Armen eines jugendlichen Liebhabers glücklich zu werden droht. Eine wichtige Rolle in dem Stück spielt ein vom Liebhaber geschenkter Nerzmantel. Und Simon Williams vermutet, dass dieses unerlässliche Star-Requisit viele Jahre lang einfach ein unüberwindliches Tabu in der öffentlichen Meinung war. Das könne ein Grund sein, warum das jetzt 53 Jahre alte Stück vorübergehend in der Versenkung verschwunden war aber jetzt ein Comeback erlebt. Das Thema Moral und Toleranz in der Ehe ist jedenfalls immer aktuell. Ehemann Victor kämpft um seine Frau, nicht zuletzt, weil er die Ehe als einen Vertrag ansieht. Die Ehegemeinschaft gelte "in guten wie in schlechten Tagen", sagt Victor in der romantischen Wohlfühlkomödie.

(gund)