Mettmann: Kampf gegen Schmierereien

Mettmann: Kampf gegen Schmierereien

Michael Rösch vom Bürgerverein Metzkausen hat im Stadtteil 73 Graffiti entdeckt.In den Schulen soll das Thema besprochen und auf rechtliche Konsequenzen hingewiesen werden.

Wandkunst oder Vandalismus? Entfaltung künstlerischer Interessen oder pure Zerstörungswut? Graffiti können so und so betrachtet werden, doch für die Metzkausener sind sie einfach nur Schmierereien, die ihren Stadtteil verschandeln.

Michael Rösch vom Bürgerverein Metzkausen nahm sich des Problems an und zog aus, die hiesigen "Werke" fotografisch zu dokumentieren. Entstanden ist ein Fotoband, der 36 Abbildungen von Graffiti auf Verteilerkästen zeigt. Doch sie sind nur ein Teil dessen, was er auf seinen Spaziergängen durch 120 Straßen Metzkausens entdeckte. Das Ergebnis überrascht: 73 Graffiti machte Rösch in 28 Straßen ausfindig, davon 55 Prozent auf den bei Sprayern sehr beliebten Verteilerkästen. Doch auch Mauerwände, Wartehäuschen und Verkehrsschilder seien oftmals betroffen.

Im Umfeld von Schulen

Besonders anziehend für die meist jugendlichen Täter sind Durchgangsstraßen, wie die Peckhauser- oder die Hasseler Straße, sowie das Umfeld von Schulen. Beim Rat sei man auf zurückhaltende Reaktion gestoßen, schließlich fehle der Stadt Geld an allen Enden. Der Bürgerverein habe den Eindruck, die Stadt wolle mit dem Problem nicht behelligt werden.

Zeit, selbst zu intervenieren, dachten sich die Metzkausener deshalb, und luden zu ihrer jüngsten Mitgliederversammlung im "Ratskeller" Dennis Kollin vom Trägerverein des Jugendrings Düsseldorf ein. Der wusste von einem vielversprechenden, aus München stammendem Projekt zu berichten, das zumindest geringfügig Abhilfe schaffen könnte. Demnach wird Jugendlichen, die auf frischer Tat ertappt werden, angeboten, das Graffito selbst unter Anleitung zu entfernen. Erklärt er sich bereit dazu und erteilt die Staatsanwaltschaft grünes Licht, werde der Fall an den Jugendring weitergeleitet, der dann zwischen Täter und Geschädigtem vermittelt (Täter-Opfer-Ausgleich). Der Sprayer kann so einer empfindlichen Geldbuße entgehen.

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Die Stadt Düsseldorf, in der das Thema zuletzt politisch brisant wurde, könne große Erfolge feststellen, was den Rückgang von Graffiti angehe. "Das Prinzip ist einfach: Lässt man ein Graffito einfach stehen, sinkt die Hemmschwelle, die Fläche weiter zu beschmieren", sagte Dennis Kollin.

Eine Mehrheit der Sprayer hinterlasse lediglich so genannte "tags", also Namenskürzel, die der Selbstdarstellung dienen. Derlei Zeichen wurden auch in Metzkausen zuhauf gefunden.

Forderung an die Polizei

Mitglieder des Bürgervereins kritisierten mangelnden Ermittlungselan der Polizei und schlugen vor, in den Schulen stärker darauf einzugehen, dass es sich bei unerlaubten Graffiti-Sprühereien um Straftaten handele. Ein Sachbearbeiter der Stadt sei über die Funde in Metzkausen bereits in Kenntnis gesetzt worden.

(RP)