Mettmann : Kampf dem Keim

Das Gesundheitsamt des Kreises Mettmann, Krankenhäuser, Heime und ambulante Gesundheitsdienste wollen die Gefahr der Infektion mit multiresistenten Erregern eindämmen. Antibiotika bieten keine effektive Therapie.

Die Gesundheitsbehörden des Kreises Mettmann wollen der Infektionsgefahr von Patienten in Krankenhäusern den Kampf ansagen. Zu diesem Zweck hat die Gesundheitskonferenz des Kreises eine Arbeitgsgruppe eingerichtet, die einen Maßnahmenkatalog zur Behandlung, Hygiene und Pflege von Patienten mit multiresistenten Erregern entwickeln soll.

Der Konferenz gehören an Vertreter des Gesundheitssektors, darunter Krankenkassen, Selbsthilfeorganisationen, Krankenhäuser, Wohlfahrtsverbände, Gesundheitsamt und andere – insgesamt 20 staatliche und nichtstaatliche Organisationen.

Unter den Multiresitenten Erregern (MRE) tritt am häufigsten der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) auf, gegen den es wegen der Unwirksamkeit vieler Antibiotika keine effektive Therapie gibt. Bundesweit werden die Infektionen mit MRSA in Kliniken auf bis zu 600 000 pro Jahr geschätzt, von denen bis zu 4500 tödlich verlaufen. Fachleute gehen davon aus, dass bis zu 180 000 Infektionen vermeidbar wären.

Ständiger Fluss der Keime

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Drei von vier Infektionen auf Intensivabteilungen sind bereits vorhanden, wenn der Patient stationär aufgenommen wird. Umgekehrt werden im Krankenhaus erworbene Keime nach der Entlassung der Patienten in die Bevölkerung getragen und gelangen in andere ambulante und stationäre Bereiche. Es gibt also einen förmlichen Fluss der Keime zwischen den Bereichen der Gesundheitsversorgung. International gilt als Hauptursache für die Entstehung multiresistenter Erreger der unkritische Einsatz von Antibiotika in Kombination mit unzureichender Hygiene.

Die MRSA-Infektions- und Verbreitungsgefahr wird seit dem vergangenen Jahr von den Krankenhäusern im Kreisgebiet und der Gesundheitsbehörde verstärkt beobachtet und erörtert. Seit Ende 2010 werden in allen Krankenhäusern des Kreisgebietes in den entsprechenden stationären Bereichen Patienten bei der Aufnahme routinemäßig untersucht. Dabei werden vom Robert-Koch-Institut festgelegte Risikofaktoren abgefragt und bei Vorliegen von nur einem Risikofaktor Tests auf MRE mittels eines Nasenabstrichs durchgeführt.

Zwei Kliniken im Kreisgebiet testen weitergehend in einer Projektphase sämtliche aufzunehmenden Patienten. Diese eher epidemologischen Untersuchungen sollen jedoch nicht dauerhaft stattfinden, so der Chef des Gesundheitsamtes, Rudolf Lange, sondern Aufschluss geben über das Vorhandensein der Erreger in der Region.

Hat ein Test das Ergebnis "MRE vorhanden", wird dieser Befund gespeichert, damit bei einer erneuten Aufnahme des Patienten entsprechende Vorsichtsmaßnahmen – etwa die sofortige Isolierung – ergriffen werden können. Zudem arbeiten alle Krankenhäuser an einem "Entlass-Management", welches das Personal von Krankentransporten, Pflegeheimen, ambulanten Pflegediensten und Angehörige über das vorliegende Risiko informiert.

Das im Juli überarbeitete Bundesinfektionsschutzgesetz erwartet von den Ländern bis

(RP/rl)