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Erkrath: Kahlschlag: Zweifel an Notwendigkeit

Erkrath : Kahlschlag: Zweifel an Notwendigkeit

Naturschützer und CDU kritisieren weiterhin die Rundum-Rodung der Regiobahn. Ein Baumsachverständiger hätte vorher gehört werden sollen.

Auch nach der Erklärung der Regionbahn zum Kahlschlag am Bahndamm in Erkrath-Nord branden die Wellen der Entrüstung hoch. Arge Zweifel an der Aktion, bei der der gesamte Bereich am Heiderweg gerodet wurde, äußert zum Beispiel Wolfgang Sternberg, Vorsitzender des Naturschutzbundes Mettmann. "Es ist selbstverständlich, dass Bäume, deren Standsicherheit nicht mehr gesichert erscheint, gefällt werden müssen, wenn Leben, Gesundheit oder Sachgüter gefährdet sind", sagt Sternberg. Die Begründung des Regiobahn-Chefs Joachim Korn überzeuge jedoch nicht. Allein das Umstürzen von drei morschen Bäumen rechtfertige es nicht, denn ganzen Hang kahlzuschlagen. "Bäume, deren Standsicherheit gefährdet ist, lassen dies im Allgemeinen durch äußere Anzeichen erkennen. Für die Feststellung dieser Anzeichen gibt es Baumsachverständige, die mit anerkannten wissenschaftlichen Methoden die Standsicherheit von Bäumen beurteilen", kritisiert er das Vorgehen der Regiobahn.

Joachim Korn hatte als Anlass des Kahlschlags auf drei umgestürzte Bäume im Dezember vergangenen Jahres verwiesen. Die Behauptung, dass Robinien in der Regel nach 40 Jahren nicht mehr standsicher seien, könne fachlich nicht belegt werden, erklärt der Experte. "Wenn tatsächlich alle Bäume des Hangs nicht mehr standsicher gewesen sein sollten, hat die Regiobahn dies hoffentlich belegt, und zwar nicht nur durch das Zeigen einzelner verfaulter Stämme", so Sternberg weiter.

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Auch CDU-Ortsverbandsvorsitzender Marc Hildbrand, der den Kahlschlag schon im Vorfeld scharf kritisiert hatte, ist weiterhin auf den Barrikaden. "Wieso hat man nicht, wie es in Erkrath bei anderen Baumfällungen der Fall ist, den Dialog mit den Anwohnern gesucht?", will er wissen. "Bei allen Baumaßnahmen verteilt die Regiobahn Handzettel in die Briefkästen der Anlieger. Auch im Vorfeld der Fällaktion vom 20. Dezember hätte man die Bürgerinnen und Bürger darüber informieren können und auch die Notwendigkeit der Aktion begründen können", sagt Hildebrand. "Bezüglich der Ankündigung, den Bahndamm mit Kirchlorbeer neu zu bepflanzen, drängen sich neue Sorgen auf."

Schon 2012 habe der Naturschutzbund Deutschland vor dieser nicht heimischen Pflanze gewarnt. Blätter und Samen setzten im Magen von Tieren und Menschen Blausäure frei und seien kaum kompostierbar. Heimische Insekten und Vögel könnten mit dem Strauch absolut gar nichts anfangen. "Aus diesem Grunde bitten wir die Regiobahn über die Bepflanzung des Bahndammes noch einmal nachzudenken und heimische Pflanzen anzusiedeln", so Marc Hildebrand.

(RP)