Erkrath: Kabarett stützt die Abo-Reihe

Erkrath : Kabarett stützt die Abo-Reihe

Das Theaterprogramm der Stadt Erkrath ist abwechslungsreich und kostendeckend.Der Altersdurchschnitt der Stammkunden liegt bei über 50 Jahren. Nachwuchs soll gewonnen werden.

Viermal ausverkauftes Haus seit dem Jahreswechsel. Man kann Kulturamtsleiter Ulrich Schwab-Bachmann und sein Team bei der Auswahl des Erkrather Theaterprogramms nur beglückwünschen. Bei der Auswahl der Stücke und Akteure haben sie ein gutes Händchen bewiesen. Und können so die Vorgabe der Kommunalpolitiker erfüllen, dass das Kulturprogramm in Zeiten des Haushaltssicherungskonzeptes auf jeden Fall kostendeckend sein muss. „Mit Gewinnen, die wir beim Kabarett manchen, gleichen wir ein Minus bei der Abo-Reihe aus“, erklärt Schwab-Bachmann.

Auswahl ist Teamarbeit

Bei der Auswahl der Stücke setzt Schwab-Bachmann auf Teamarbeit vor allem mit seiner Mitarbeiterin Nicole Hüskes. „Der Altersunterschied garantiert eine gute Mischung“, sagt er und bringt zwei Beispiele. „Ich sehe, die Kessler-Zwillinge sind gerade zu haben und spreche mich für ein Stück mit ihnen aus. Da sagt Frau Hüskes: Wer sind denn die Kessler-Zwillinge“.

Umgekehrt empfahl Nicole Hüskes einmal ein Stück mit Jan Sosniok einzukaufen. Da habe er genauso verdutzt geschaut. Wer ist Jan Sosniok. Bekannt aus „Gute Zeiten – schlechte Zeiten“, kommt spontan die Auflösung. Immerhin, Sosniok brachte bei seinem Auftritt verstärkt jüngeres Publikum in die Stadthalle.

Denn dies sei auch ein Problem. Beim Abo-Theater liege der Altersdurchschnitt bei 50+, hier müsse man sich bemühen, mehr Nachwuchs fürs Erkrather Theater zu begeistern, sind sich Schwab-Bachmann und Hüskes einig.

Ohne große Namen geht es allerdings nicht. Nur, die ganz großen, die kommen leider nicht in die Stadthalle, die mit maximal 670 Plätzen ihr Limit erreicht hat. „Wenn ich da bei Leuten wie Hape Kerkeling anfrage, spüre ich förmlich das Lächeln am anderen Ende der Leitung“, räumt Nicole Hüskes ein. Aber eine Nummer kleiner geht doch auch, wie die letzte Saison zeigte. Volles Haus bei Thomas Freitag, Bernd Hoecker, Horst Lichter und Herbert Knebel.

Und für den beliebten Kabarettisten Jürgen Becker, der im April kommt, stehen die Chancen ebenfalls gut für eine ausverkaufte Stadthalle. Schade lediglich, dass Fatih Civikkollu, der vor allem junges Publikum anzog, vor vielen leeren Rängen spielen musste.

Das neue Programm steht

Das neue Programm für die Saison 2008/2009 steht bereits weitgehend und soll im Juni herauskommen. Fest gebucht sind in der Kabarettreihe bereits Konrad Beikircher mit seiner rheinischen Neunten, aber auch Anka Zink und Sissi Perlinger. In der Abo-Reihe wird es neben den gewohnten Komödien diesmal auch zwei ernstere Stücke geben. Hier haben dann vor allem Schauspieler die Aufgabe, als Zugpferd herzuhalten. Mit Alice und Ellen Kessler in dem einen und Doris Kunstmann in dem anderen Fall dürfte das eigentlich kein Problem werden.

(RP)
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