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Justiz in Mettmann: Haftstrafe in der Berufung dann doch akzeptiert

Justiz in Mettmann : Haftstrafe in der Berufung akzeptiert

45-Jähriger wirft einen Stein in ein Juwelier-Schaufenster und stiehlt Schmuck. Nach seiner schnellen Verhaftung wollte er zunächst die Strafe nicht akzeptieren.

Als es in der Nacht zum 14. Januar draußen auf der Straße schepperte, sprang eine 18-jährige Mettmannerin geistesgegenwärtig aus dem Bett. Die Frau lief zum Fenster und fotografierte von dort aus mit ihrem Handy einen Mann, der gerade dabei war, sich in der Auslage eines Schmuckladens in der Oberstadt zu bedienen. Zuvor hatte der 45-Jährige mit einem Stein die Scheibe eingeschlagen, um sich dann in Richtung Jubiläumsplatz aus dem Staub zu machen. Auf der Schwarzbachstraße klickten die Handschellen – die Zeugin hatte die Polizei gerufen und den herbeigeeilten Beamten mit einer guten Personenbeschreibung die Fahndung nach dem „Juwelendieb“ leicht gemacht. Die Schmuckstücke konnten damals teilweise sichergestellt werden, bis auf einen Silberring wurden sie der Geschäftsinhaberin ausgehändigt. Die stellte später fest, das auch ein Armband und ein Anhänger irreparabel beschädigt worden waren. Der Gesamtschaden lag demnach bei 1800 Euro. Die Ladenbesitzerin hatte damals gefasst reagiert, obwohl ihr der Corona-Lockdown schon einiges abverlangt hatte. Bis die gesplitterte Scheibe ersetzt werden konnte, wies sie humorvoll mit einem Schild darauf hin, das die Schmuckstücke augenscheinlich sehr begehrt seien.

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Das Mettmanner Amtsgericht hatte den Angeklagten zu zehn Monaten Haft verurteilt, der hatte daraufhin Berufung eingelegt. Die zog er nun zurück, die Haftstrafe wird er also absitzen müssen. Den ermittelnden Beamten hatte der wohnungslose Mann damals erzählt, dass er in besagter Nacht einen Freund besuchen wollte und diesen nicht in seiner Wohnung angetroffen hatte. Eine „Kurzschlussreaktion“ habe ihn daraufhin dazu gebracht, einen Stein in das Fenster des Juwelierladens zu werfen. Der Auslöser? Er habe zuvor zwei Tabletten eines Beruhigungsmittels genommen. Bekannt ist mittlerweile, dass der Mettmanner nicht nur heroinabhängig ist, sondern am Tattag auch noch Cannabis konsumiert haben soll. Noch im Polizeigewahrsam wurde ein Alkoholtest angeordnet, der ebenfalls positiv ausgefallen war. Da er bei seiner Verhaftung auch noch Cannabis bei sich hatte, wurde er nicht nur wegen des Einbruchdiebstahls, sondern auch noch wegen Drogenbesitzes verurteilt.

Sechs Monate zuvor war er gerade erst aus der Haft entlassen worden, dort hatte er eine mehrjährige Strafe abgesessen. Am Ende war er in einer Entziehungsanstalt untergebracht, nachhaltig scheint die Therapie nicht gewesen zu sein. Für die Beamten war der Dieb ohnehin kein Unbekannter, in den vergangenen Jahren hatten sich die Gerichte wegen diverser Straftaten schon mehrfach mit ihm beschäftigt.