1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann

Erkrath: Junge Fußballer werden zu Filmstars

Erkrath : Junge Fußballer werden zu Filmstars

Stefan Vobis filmte die Spieler des FC Parea Schimmelbusch und machte ihnen danach ein besonderes Geschenk.

Angefangen hat alles vor zwölf Jahren, als sich einige Jungen zusammentaten, um hinter dem Parea-Haus in ihrer Freizeit Fußball zu spielen. Jetzt ist der FC Parea Schimmelbusch der Star im Kurzfilm eines professionellen Filmemachers. Hautnah an dieser Erfolgsgeschichte dran war und ist Thomas Laxa, der die Idee zur Straßen-Mannschaft hatte und nun Leiter des Integrationsprojekts ist.

"Ich wollte das mit der Fußball-Mannschaft professioneller machen, auch weil ich gemerkt habe, dass es den Teamgeist stärkt", sagt Laxa. Erst als die Parea-Initiative sich der Mannschaft annahm, kam der Integrationsgedanke dazu. Dahinter steckt: In der Mannschaft, die inzwischen eine Fußball AG geworden ist, spielen Hauptschüler, Realschüler und Gymnasiasten zusammen. Außerdem sind viele Nationen vertreten. "Dass die Teilnehmer aus unterschiedlichen Kulturen und Schulformen kommen, ist ein Kerngedanke. Der Spaß am Sport führt alle zusammen", sagt Laxa. Er habe das Gefühl, dass das Projekt dazu beigetragen habe, dass Vorurteile abgebaut werden. Inzwischen gibt es drei Teams: Die FC Parea Juniormannschaft, die älteren Teilnehmer (ab 17 Jahren) und seit einem Jahr eine Mädchenmannschaft.

Zum Mittelpunkt eines professionellen Filmes wurde die Fußball-AG eher zufällig: Der Filmemacher Stefan Vobis, der früher in Unterfeldhaus gewohnt hat, drehte einen Film mit der Bundestagsabgeordneten Michaela Noll über ihren Wahlkreis. Da sie sich auch schon für den FC Parea Schimmelbusch engagiert hatte, sollte der auch eine kleine Rolle in dem Imagefilm bekommen. "Vobis kontaktierte mich und machte ein Interview mit mir zum Projekt", sagt Laxa. Drehort war der alte Bolzplatz hinter dem Parea-Haus — als Ort, an dem alles anfing.

Um weiteres Material für den Film zu bekommen, drehte Vobis, der schon Produzent für RTL-Produktionen wie "Deutschland sucht den Superstar" war, bei einer Trainingseinheit der Fußball-AG. "Wir haben nichts gestellt, er blieb am Rand und filmte, was er interessant fand. Daher ist es auch so authentisch geworden", sagt Laxa. Auch Stefan Vobis machten die Dreharbeiten auf dem Fußballplatz Spaß: "Die Jungs waren engagiert und freuten sich, im Mittelpunkt eines Filmes zu stehen." Im Anschluss waren die Fußballer neugierig auf das Filmmaterial. Daher bat Laxa den Filmemacher um Rohmaterial. "Da man mit dem Rohmaterial aber nicht viel anfangen kann, wollte ich das etwas zusammenschneiden. Und dann sagte ich mir: Dann mach ich das auch richtig", sagt Vobis. Zwei Tage Arbeit steckte er in den Film, verwendete auch Material, das er vorher nicht gebraucht hatte. Bei der Weihnachtsfeier zeigte Laxa dann allen Beteiligten den Film — die waren restlos begeistert. "Am Ende sind alle aufgestanden und haben applaudiert", erinnert sich Laxa. Vobis bleibt bescheiden: "Der Film ist eigentlich aus Resten entstanden. Dafür ist aber sehr schön geworden."

(RP/rl)