1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann

Mettmann: Jugendwehr überrascht ihren beliebten Chef

Mettmann : Jugendwehr überrascht ihren beliebten Chef

Rainer Stauff ist mit der Ehrennadel in Silber der Jugendfeuerwehr NRW ausgezeichnet worden. Nachfolger ist sein Sohn Michael.

Überraschung geglückt: Rainer Stauff (54) litt nach eigenen Angaben ein wenig unter Schnapp-Atmung, als plötzlich der große Hubsteiger (sein Lieblingsspielzeug) der Mettmanner Feuerwehr und Kameraden vor seiner Haustüre standen. "Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet", sagte er. Er musste in Windeseile seine Uniform anziehen und dann ab in den Feuerwagen. Widerstand zwecklos. Die Kameraden holten Stauff und seine Frau Barbara standesgemäß mit dem großen Bronto-Hubsteiger ab und brachten sie zur Feuerwache.

Dort waren die Mitglieder der Jugendfeuerwehr und die Ausbilder aus der Freiwilligen Feuerwehr angetreten. Mit Schläuchen hatten sie das Wort "Danke" auf dem Fußboden nachgezeichnet. Bürgermeister Bernd Günther, Stadtbrandmeister Dietmar Wichmann und Kreisjugendfeuerwehrwart Jörg Schwarz begrüßten den sichtlich überraschten Rainer Stauff.

Der Grund für den Überraschungscoup: Die Feuerwehr ehrte damit sein ehrenamtliches Engagement für die Jugendfeuerwehr. Bereits seit 1974 ist Stauff Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Mettmann. Also ein "alter Hase". Und dann folgte seine Arbeit mit der Jugend. Unterbrandmeister Rainer Stauff begann 1999 zunächst als Betreuer seine Jugendfeuerwehr-Karriere. Am 8. Februar 2001 wurde er durch den damaligen Leiter der Feuerwehr, Hans-Peter Thiel, zum Jugendfeuerwehrwart bestellt.

Durch kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit habe er dazu beigetragen, so Schwarz in seiner Laudatio, die Stärke der Jugendfeuerwehr Mettmann zunächst zu erhöhen und dann zu stabilisieren. Er sorgte für eine adäquate Unterbringung der Jugendlichen, erreichte eine Modernisierung und Neuausstattung des Jugendfeuerwehrraums und setzte sich erfolgreich für eine Verbesserung der persönlichen Schutzausrüstung ein. Durch eine gute Zusammenarbeit mit dem Leiter der Feuerwehr und mit dem Feuerwehrförderverein ebnete er den Weg für diverse Freizeitfahrten mit den Jugendlichen in die Eifel und nach Borkum.

Feuerwehranwärter Timo Weidemann (16) kann sich noch gut an die Fahrten auf die Nordseeinsel erinnern. "Wir haben dort eine tolle Zeit verlebt", sagt er. Er schätzt die offene und ehrliche Art von Rainer Stauff. "Er ist ein guter Kollege. Mit ihm kann man über alles reden, auch über private Dinge. Außerdem hört er immer zu und hat stets ein Lächeln auf den Lippen." Die Jugendfeuerwehr hat viel unter Rainer Stauff gelernt: Technische Hilfeleistung und Löschgangriff standen und stehen auf dem Dienstplan.

Rainer Stauff hat seine Funktion als Stadtjugendfeuerwehrwart an seinen Sohn und Nachfolger Michael Stauff (29) und dessen Vertreter Kai Spiecker (33) weitergegeben. Er übernimmt stattdessen federführend die Ausbildung der teleskop- und Korbmaschinisten.

(RP)