Erkrath: Jüntgen erobert Monte Carlo

Erkrath : Jüntgen erobert Monte Carlo

Mit einem cremefarbenen Mercedes 300SE von 1961 gewann der Erkrather die Rallye Monte Carlo Historique. Ernst Jüntgen und Beifahrer Marcus Müller fuhren gegen 330 Konkurrenten. Durch die Alpen zum belebten Hafen.

Mit einem cremefarbenen Mercedes 300 SE von 1961 gewann der Erkrather die Rallye Monte Carlo Historique. Ernst Jüntgen und Beifahrer Marcus Müller fuhren gegen 330 Konkurrenten. Durch die Alpen zum belebten Hafen.

Nicht im Traum haben Ernst Jüntgen und sein Beifahrer Marcus Müller daran gedacht, einmal Renngeschichte zu schreiben. Nun ist es doch passiert: Mit einem cremefarbenen Mercedes 300 SE von 1961 gewannen sei die Rallye Monte Carlo Historique gegen 330 Konkurrenten. Fünf Tage dauerte die Strapaze. 2000 Kilometer legten sie zurück, bevor sie endlich erschöpft im Hafen von Monte Carlo eintrafen.

„Noch nie hat ein Deutscher die Tour gewonnen und dementsprechend standen auch noch nie drei deutsche Teams gemeinsam auf dem Siegertreppchen“, erzählt stolz der Erkrather Kfz-Meister, der bereits zum 10. Mal an der Ralley teilnahm. „Im vergangenen Jahr waren wir noch Dritter.“ Aber allein von seinem technischen Können möchte er seinen Sieg nicht abhängig machen. „Da gehört auch eine gehörige Portion Glück dazu.“

Auf der Felge gefahren

Einen Teil der Strecke mussten Jüntgen und Müller nach einer Reifenpanne nur auf der Felge fahren. Bei der Fahrt über die Ziellinie kam also echte Erleichterung auf. „Es war drei Uhr nachts und trotzdem war der Hafen voller Menschen.“ Auf der anschließenden Feier konnten beide ein wenig ausruhen. „Für mich ist mit dem Sieg ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen.“

Das Gespann Ernst Jüntgen und Marcus Müller waren eines von 16 Gespannen im Team „Loos International“, dem alle deutschen Teilnehmer angehörten.

Mercedes-Fan ist Jüntgen schon seit über 26 Jahren. Da kommt es nicht von ungefähr, dass er in seinem Unternehmen in Unterhaan genau diese Marke verkauft. „Ich fuhr in den 60er Jahren auch schon Rennen und Ralleys, habe dann aber bis in die 90er Jahre eine Pause eingelegt“, erzählt der 66-Jährige. Damals gehörten noch DKW und Ford Mustang zu seinen bevorzugten Fahrzeugen.

Geparkt hat der Autofreak sein gutes Stück auf dem Firmengelände. „Im Wohnzimmer in Erkrath darf er ja nicht stehen, da hat meine Frau etwas dagegen“, lacht der Kfz-Meister, dem die Leidenschaft für Autos in die Wiege gelegt wurde. Sein Vater betrieb früher die Araltankstelle in Alt-Erkrath. „Da kam ich schon früh mit in Berührung.“

Als Jugendlicher hat er bereits gerne an Autos gebastelt. Wenn Jüntgen nicht gerade in Südfrankreich oder Monaco herumkurvt, ist er ein gern gesehener Gast im Erkrather Vereinsleben: Er ist Mitglied bei den Sankt Sebastianer Schützen und engagiert sich in der katholischen Kirche und bei den Ercroder Jonges. „Erkrath gefällt mir, schließlich ist es meine Heimatstadt.“

Doch die wird er auch im kommenden Jahr wieder für fünf Tage verlassen. Ein erneuter Start bei der Monte Carlo Historique haben Jüntgen und sein Co-Pilot bereits fest ins Auge gefasst. „Wir wollen uns aber nicht mit dem Gefühl, siegen zu müssen, unter Druck setzen. Schließlich hätten wir auch niemals gedacht, in diesem Jahr Erster zu werden.“ Ein typischer Rheinländer. Et Kütt eben wie et kütt.

(RP)
Mehr von RP ONLINE