Erkrath Johannesschule wird 50 Jahre

Erkrath · Die städtische katholische Grundschule feiert am Wochenende ihren Geburtstag: von der Volksschule mit gehorsamen Kindern zur Ganztagsschule mit Fördergruppen und selbstbewussten Jungen und Mädchen. Lehrer und Schüler bereiteten in Projektwochen und Arbeitsgruppen das Fest vor.

Vor 50 Jahren war alles komplett anders: Es gab keinen Mathe-Club und keine Musical AG und keine AG, in der man Lernen lernte. Nach spätestens sechs Stunden Rechnen, Schreiben, Lesen und Turnen war mittags Schulschluss. Die Klassen hatten 50 Schüler. Und es gab keine Offene Ganztagsschule. Seit 1962 die ersten Kinder zur Johannesschule an der Hölderlinstraße gingen, hat sich viel verändert.

Beate Jacob unterrichtet dort seit 21 Jahren und ist bald im Ruhestand. "Ich weiß, meine Arbeit und die Kinder werden mir fehlen", sagt sie, "auch wenn der Unterricht heute viel anstrengender ist als früher. Die Kinder sind aufgeweckte Individualisten, die unsere ganze Aufmerksamkeit brauchen und eine auf sie persönlich zugeschnittene Betreuung", sagt auch Rektorin Regina Bergermann. Trotz hohen Aufwandes lieben Bergermann und Jacob ihren Job.

Regelmäßiger Lehreraustausch

Wenn die Schule am Samstag ihr 50-jähriges Bestehen feiert, stecken dahinter viele Ideen, ein Jahr intensive Vorbereitung und vor allem die Förderung der unterschiedlichen Begabungen der Kinder. Es sind liebevoll einstudierte Auftritte der Musik- und Tanzgruppen zu sehen und zu hören. Es werden Spiele wie vor 50 Jahren präsentiert wie Gummitwist, Murmeln, Hinkekästchen und Hula Hoop — "ein großer Spaß für die Mädchen und Jungen, die nicht einmal mehr Murmeln kennen", sagt Jacob. Als Höhepunkt wird eine lebensgroße Skulptur aus Ton im Schulgarten enthüllt, die die Kinder gemeinsam mit einem Künstler geschaffen haben.

Da sich die Johannesschule besonders die Förderung sehr schwacher, aber auch sehr starker Schüler auf die Fahnen geschrieben hat, sind die Lehrer permanent gefordert. Zum Beispiel die Kinder, die sich nicht längere Zeit konzentrieren können, spontan zu beschäftigen, oder die, die besonders gut lesen können, auszusortieren und in Projekte zu stecken, die sie weiter voranbringen. Regelmäßig tauscht sich die Johannesschule mit Gymnasium und Förderschule aus. Acht Stunden pro Woche kommt eine Lehrerin der Friedrich-Fröbel-Schule an die Hölderlinstraße und hilft bei der so genannten Inklusion, der Integration verhaltensauffälliger und schwieriger Kinder in den Unterricht an der Grundschule. Auch mit dem Gymnasium findet ein Lehreraustausch in Deutsch und Englisch statt. So werden die Mädchen und Jungen des vierten Schuljahres, die aufs Gymnasium gehen wollen, schon ein bisschen auf den Umstieg vorbereitet und die besonders Begabten extra gefördert. Katholische Religion ist ein weiterer Schwerpunkt. Zwei Stunden pro Woche stehen auf dem Stundenplan, an denen auch Muslime teilnehmen. "Die Eltern mussten per Unterschrift ihre Zustimmung geben", sagt Schulleiterin Regina Bergermann. Seit 2005 gibt es die Offene Ganztagsschule. Wer sein Kind auf die Johannesschule schickt, kann sicher sein, dass es nachmittags gut betreut und gefördert wird, und zwar wahlweise bis 15, 16 oder 17 Uhr. "Ich habe nur noch drei Kinder im ersten Schuljahr, die mittags nach Hause gehen", sagt Jacob. Wir müssen mit unseren Angeboten konkurrenzfähig bleiben", sagt Bergermann.

(RP/rl)
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