Erkrath: Investor springt ab

Erkrath : Investor springt ab

Eine Düsseldorfer Softwarefirma mit 250 Arbeitsplätzen hätte sich gerne in Erkrath an der Neanderhöhe angesiedelt. Nach mehr als einem Jahr sind die Verhandlungen mit der Stadt nun gescheitert.

Hinter verschlossenen Türen wurde im Rathaus mehr als ein Jahr lang verhandelt. Eine Düsseldorfer Software-Firma wollte ihren Sitz nach Erkrath verlegen. Die Firma hat etwa 250 Mitarbeiter und gilt als guter Gewerbesteuerzahler. Geld, das die Stadt angesichts ihres maroden Haushalts gebrauchen kann. Die Firma gehört einem Erkrather, der Wohnen und Arbeiten in der Stadt gerne miteinander verbunden hätte.

Doch nach Informationen der Rheinischen Post sind die Verhandlungen nun gescheitert. Der Investor hatte ein großes Grundstück im Gewerbegebiet Neanderhöhe ins Auge gefasst. Die einzige freie Fläche, die Erkrath noch als Gewerbegebiet anzubieten hat. Dort gibt es nicht so viel Platz, wie für den Bau eines Bürogebäudes für bis zu 250 Mitarbeiter nötig wäre. Also wurde hinter den Kulissen verhandelt und versucht, dem Investor entgegen zu kommen.

Eventuell wäre ein Grundstückstausch und ein Umzug eines bereits bestehenden Betriebes infrage gekommen, um mehr zusammenhängenden Platz zu schaffen. Die Stadt hätte nach RP-Informationen bis zu 500 000 Euro aus eigener Tasche zahlen müssen, um diesen Umzug/Tausch möglich zu machen.

Geld, das durch Gewerbesteuer der neuen Firma möglicherweise recht schnell wieder hereingekommen wäre. An den Verhandlungen waren Politiker aller im Rat vertretenden Parteien beteiligt. Sie wurden zu Stillschweigen verdonnert, weil die Ansiedlung als sensibel galt und jederzeit zu platzen drohte.

Stadtentwicklung abwarten

Theoretisch wäre auch ein Neubau der Bürogebäude auf den freien Flächen der Neanderhöhe möglich gewesen. Die Flächen neben dem Wertstoffhof sind nach wie vor als Gewerbegebiet ausgewiesen. Auf Betreiben der Ratsmehrheit von SPD, BmU und Grünen muss die Verwaltung diese Flächen umwidmen und darf sie nicht mehr als Bauland ausweisen. Abgewartet werden sollen die Ergebnisse eines 170 000 Euro teuren Stadtentwicklungskonzepts, die erst Ende dieses Jahres vorliegen.

Das Konzept soll Auskunft geben, wo in Erkrath noch Platz für Bau- und Gewerbegebiete wäre. Naturschützer wie Wolfgang Sternberg und Peter Knitsch von den Grünen setzen sich vehement für die Nichtbebauung dieser Fläche ein, weil in der Nähe das Naturschutzgebiet Neandertal liegt. Allerdings hat die Verwaltung die Gewerbeflächen bis heute noch nicht umgewidmet. Theoretisch wäre neben Schönmackers also eine Bebauung möglich gewesen.

Doch die Software-Firma hat es nach eigener Aussage nun nicht mehr allzu eilig mit der Verlegung des Firmensitzes. Darüber hinaus sind neue Pläne des Investors hinzugekommen. Denkbar aus Sicht der Firma wäre ein noch ein größeres Areal, um Lkw-Verkehr Lieferverkehr abwickeln zu können. So ein Grundstück kann Erkrath nicht bieten. Die Nachbarstädte schon.

(RP)
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