Mettmann: Integration mit Kompass

Mettmann : Integration mit Kompass

Die Arbeitslosigkeit von Ausländern im Kreis Mettmann ist doppelt so hoch wie bei Deutschen. Hauptproblem ist fehlende Sprachkenntnis. Ein neuer Integrationskompass soll helfen, die vielen bestehenden Angebote zu nutzen.

Ob bei der Suche nach Arbeit, im Kontakt mit Behörden oder in Schule und Kindergarten – für Ausländer ist es wichtig, Deutsch zu sprechen. Integrations-Kurse mit viel Wissenswertem über Sprache, Kultur und Rechtsgeschichte werden in allen zehn Städten des Kreises von verschiedenen Trägern angeboten. Wer den Kurs erfolgreich besucht hat, bekommt künftig einen schönen Stempel in den jetzt vom Kreis Mettmann vorgestellten so genannten Integrationskompass.

Koordinieren und vernetzen

Das kleine Faltblättchen soll dabei helfen, die verschiedenen Angebote zur Integration von Ausländern miteinander zu vernetzten und besser zu koordinieren. "Dann weiß zum Beispiel dass Ausländeramt, dass der Zuwanderer schon einen Sprachkurs besucht hat", sagt Claudia Haider vom Fachbereich Integration beim Kreis. Stück für Stück sollen Zuwanderer so von Angebot zu Angebot geleitet werden. Das ganze geschieht allerdings ohne Zwang und auf freiwilliger Basis. Die Zuwanderer unterschreiben freiwillig eine Datenschutzerklärung zur Förderung der Integration. So wird es möglich, dass Träger wie Caritas, Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz, Internationaler Bund und die Volkshochschule mit passend abgestimmten Angeboten auf die Migranten zu gehen und sich mit ihnen in Verbindung setzen. "So sollen Schwellen abgebaut werden, die Hilfe auch in Anspruch zu nehmen", sagt Claudia Haider.

Faltblatt in zehn Sprachen

Zum Integrationskompass gehört ein in zehn verschiedenen Sprachen abgefasstes Faltblatt, so dass es viele verstehen können.

Mit im Boot sind aber auch die Ämter: Beim Ausländeramt gibt es etwa wichtige Informationen über das Aufenthaltsrecht. Beantwortet werden dort Fragen, wie "Kann ich auf Dauer in Deutschland bleiben" oder "Wann kann die Ehefrau nachkommen?".

Mit dem Integrationskompass vertraut sind auch die Mitarbeiter der Geschäftsstelle der Arge-Me-Aktiv, die für Kreisbürger zuständig ist, die ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenem Einkommen oder Vermögen bestreiten können. Der Anteil von Ausländern im Kreis, die Leistungen nach Hartz IV beziehen liege bei etwa 4300 Personen. Eines der Hauptprobleme bei der Eingliederung in den Arbeitsmarkt sind oft fehlende deutsche Sprachkenntnisse. Die Arbeitslosenquote unter den Ausländern im Kreis liege mit 17,9 Prozent beinahe doppelt so hoch wie unter der deutschen Bevölkerung. Deshalb kommt dem Leiter der Arge-Me-Aktiv, Klaus Przybilla, der neue Integrationskompass wie gerufen. "Da werden Lücken geschlossen", sagt Przybilla.

(RP)
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