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Mettmann: Insolvenz bei Weyermann

Mettmann : Insolvenz bei Weyermann

Für die Metallwarenfabrik ist die Insolvenz eröffnet. 110 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs. Die letzte Chance ist nun die Sanierung. Am Montag will die Geschäftsführung die Belegschaft über die Pläne informieren.

Der als Sachwalter eingesetzte Rechtsanwalt Holger Rhode hat am 1. Oktober am Amtsgericht Wuppertal die Insolvenz für die in finanzielle Bedrängnis geratene Metallwarenfabrik Weyermann eröffnet. Nun müssen Rhode und die Geschäftsführung einen Rettungsplan erarbeiten, damit das 130 Jahre alte Unternehmen nicht endgültig zerschlagen wird.

Unter den 110 Mitarbeitern bei Weyermann herrscht große Unruhe, sagte Betriebsratschef Michael Dörner am Nachmittag, als die Nachricht im Betrieb durchsickerte. Am nächsten Montag gibt es Gespräche der Geschäftsführung mit dem Betriebsrat, anschließend sollen die Mitarbeiter informiert werden, bestätigte Rhode gestern der RP.

Kein Insolvenzgeld mehr

An der Bollenhöhe werden Stanzteile und Baugruppen aus Metall und Metall-Kunststoff gefertigt, um Kunden vornehmlich aus der Automobilindustrie zu beliefern. 2011 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 14 Millionen Euro. Doch die finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens sind schon älter. Hintergrund sind Verbindlichkeiten und ein Investitionsstau. Der vorhandene Maschinenpark sei nicht rechtzeitig erneuert worden, um Zusatzaufträge zu erhalten, heißt es.

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Der 2011 ausgetretene Geschäftsführer und Noch-Gesellschafter Bernd Weyermann wehrte sich gestern. Die existenziellen Probleme des Unternehmens seien erst nach seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen entstanden.

Die Mitarbeiter jedenfalls erhielten bis Sonntag vorläufiges Insolvenzgeld. Nun müssen ihre Löhne wieder aus dem laufenden Geschäft erwirtschaftet werden. Ob dies klappt, und ob die Geschäftsführung einen Rettungsplan für die Firma auf die Beine stellen kann, werden die nächsten Wochen, Monate oder gar Jahre zeigen. "Die Insolvenz ist unbefristet. Wir müssen sehen, ob es in der Zukunft klappt", sagte Rhode gestern der RP.

Sollten die Zulieferer weiter Teile und Rohstoffe liefern und genügend Kunden auch in Zukunft auf die Weyermann-Produkte bauen, kann es klappen, sagt Rhode. Dann kann die Geschäftsführung weiter unter Aufsicht von Rhode allein agieren. Sollte sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens aber nicht grundsätzlich bessern, müsste Rhode die endgültige Zerschlagung Weyermanns vollziehen.

(RP/rl)