Wülfrath: Innenstadt mit Kinder- und Jugendpsychiatrie?

Wülfrath : Innenstadt mit Kinder- und Jugendpsychiatrie?

Einzug ins Dienstleistungszentrum: Sollte die Forensik kommen, wollen Stadt und Diakonie die Arbeitsplätze in Wülfrath halten.

Sollte die Straftäterklinik des Landes NRW für den Landgerichtsbezirk Wuppertal nach Aprath kommen, hat die Stadt Wülfrath vorgesorgt: Sie hat in monatelangen Gesprächen und Prüfungen mit der Bergischen Diakonie Aprath vereinbart, dass die jetzt auf dem möglichen Forensik-Gelände beheimatete Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Kalkstadt bleibt. Das so genannte Heilpädagogisch-Psychotherapeutische Zentrum (HPZ) würde auf dem Areal des Dienstleistungszentrums in der Innenstadt angesiedelt werden. Das teilte die Stadt gestern mit.

Noch ist nichts entschieden. Es ist das große Schweigen und die Öffentlichkeit bekommt kaum etwas mit von den Gesprächen und Verhandlungen um einen möglichen Forensik-Standort in Wülfrath. Noch immer laufen die Gespräche zwischen dem nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium und der Bergischen Diakonie Aprath (BDA) über den möglichen Standort einer Forensischen Klinik. Eine Ministeriumssprecherin sagte jetzt nur kurz und knapp: "Es gibt noch keine Entscheidung." Es bleibe dabei: Entweder gebe es noch ein Votum für einen Standort in diesem Jahr — oder aber das Ganze zieht sich noch deutlich ins nächste Jahr hinein. Es scheint alles auf das nächste Jahr hinauszulaufen.

Währenddessen hat die Stadt Wülfrath nun den Plan B in der Schublade, sollte sich das Land für Aprath entscheiden. Nach Prüfung verschiedener Grundstücksoptionen konnte die stadteigene Wohnungsgesellschaft (GWG) der BDA eine Ausweichoption für das HPZ auf dem Gelände des Dienstleistungszentrums anbieten. "Neben einem Neubau durch die BDA könnte hier eine zusätzliche Anmietung von Bestandsimmobilien erfolgen", heißt es in einer städtischen Erklärung. Neben dem Neubau sollen die Räume der Freien aktiven Schule und die derzeit von der GWG belegten Räume im Anbau für das neue HPZ genutzt werden. Die GWG würde ins Rathaus ziehen.

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Im HPZ sind die Kinder- und Jugendpsychiatrie und die Jugendhilfe sehr eng verzahnt. Versorgungsregionen sind der Kreis Mettmann und die Stadt Wuppertal. Für den Fall einer Verlagerung würden etwa 80 Betreuungsplätze und etwa 100 Arbeitsplätze näher an Wülfrath, sprich die Innenstadt kommen.

Eine Anmietung beziehungsweise ein Ankauf städtischer Grundstücke ist für die BDA keine Option mehr. Zwischenzeitlich war geprüft worden, ob Teile des jetzigen Hauptschulgebäudes für eine Nutzung als HPZ in Betracht kämen. Ergebnis: Die Umbaukosten wären viel zu hoch. Unberührt davon bemüht sich die Stadt derzeit, für das Hauptschulgebäude eine Nachfolgenutzung zu finden.

(RP)
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