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Erkrath: In sechs Schritten zu Gott

Erkrath : In sechs Schritten zu Gott

Zum Abschluss der Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der Heilig Geist Kirche zeigt der Projektchor der Franziskusgemeinde ein selbst inszeniertes Singspiel. Das Publikum kann sich beteiligen.

Die letzte Feierlichkeit zum 40-jährigen Bestehen der Heilig-Geist Kirche fand am Sonntagabend statt. Begonnen hatte das Jubiläumsprogramm Ende Februar mit einem Gottesdienst in Sandheide. Es folgten besinnliche Abende und musikalische Stücke im März und April. Das Finale der Jubiläumsfeierlichkeiten bildete ein schauspielerisches Stück: Der Projektchor der Franziskusgemeinde Hochdahl führte in den Räumen an der Brechtstraße das selbst entwickelte Musikspiel "Wagt euch zu den Ufern — sechs Schritte in die Freiheit" auf.

Auszug der Israeliten

Thema des Stücks ist die biblische Geschichte vom Auszug aus Ägypten, in einer modernen Fassung mit ähnlicher Problematik. Zwischen den Sitzreihen des voll besetzten Kirchenraums verteilt sich der 19-köpfige Chor. Vom Orchester begleitet beginnen die Sänger mit den ersten Liedern — die Gemeinde stimmt ein. Begleitet von etwa zehn Statisten schreitet der Chor langsam in Richtung des Altars und beginnt das Schauspiel. Als gelangweilt wartende Zuggäste stehen sie am Gleis, singen von Trostlosigkeit und Resignation in der heutigen Zeit.

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An die Wand ist eine Bahnhofs-Uhr projiziert, darunter findet sich ein Laufband mit Schreckensmeldungen wie "Erdbeben", "Staatspleite" oder "Ölpreise steigen kontinuierlich" — nur Katastrophen, Schreckensmeldungen und Schmerz. Der Projektchor stellt im Laufe der anderthalb stündigen Vorstellung dar, wie der Mensch einen Weg vom Schmerz in die Freiheit gehen kann. Mit Gottes Hilfe. Die Texte regen zum Nachdenken an, die schauspielerischen Elemente unterstützen den Gesang. Die Reise führt die wartenden Zuggäste in sechs Schritten von der Sehnsucht nach Veränderung, über einen Ausbruch, den ewigen Augenblick, das Weitergehen trotz Hindernissen schließlich hin zu Gott.

Das Stück mündet im Menschen selbst, der seine Freiheit durch Gottes Hilfe erlangen kann — eben genau so, wie es in der biblischen Geschichte die Israeliten durch Gottes Hilfe schaffen konnten aus Ägypten zu fliehen. Der Projektchor führte das Stück zum zweiten Mal auf, die Erstaufführung fand im Oktober letzten Jahres statt. Eine Auseinandersetzung mit Gott und dem Glauben möchte der Projektchor damit auf künstlerisch Art schaffen.

(mego)