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In der Region Düsseldorf sind über 3200 Ausbildungsplätze frei

Gute Chancen in Mettmann, Erkrath, Wülfrath : Mehr als 3200 Ausbildungsplätze frei

Mitten in der Corona-Pandemie eine Ausbildung oder ein Studium beginnen? Viele Jugendliche und Eltern tun sich damit schwer. Starten statt warten, raten Arbeitsagentur, Industrie- und Handelskammer und das Handwerk. In der Region gibt es mehr als 3200 freie Ausbildungsplätze. Kluge Unternehmer wissen: Die Azubis von heute sind die gesuchten Fachkräfte von morgen.

 In der Region gibt es keinen Mangel an Ausbildungsplätzen, sondern an Auszubildenden und Bewerbern, stellen Andreas Ehlert (Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf), Andreas Schmitz (Präsident der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf) und Thomas Dopheide (Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Mettmann) gemeinsam fest. Aktuell gibt es noch mehr als 3200 freie Ausbildungsstellen in Düsseldorf und im Kreis Mettmann. 4800 Ausbildungsstellen wurden den Arbeitsagenturen bislang zur Vermittlung für den Ausbildungsstart 2021 übermittelt.

„Das tatsächlich vorhandene Angebot reicht sogar noch darüber hinaus und hat insgesamt einen absolut vergleichbaren Umfang wie vor einem Jahr“, sagt Ehler. Deshalb haben sich die drei Verbände zusammengetan und die Kampagne „Starten statt warten“ gestartet.

 Auf zahlreichen Straßentransparenten wirbt ein junger Wasserspringer als Eyecatcher für die Botschaft „Raus ins Leben - Rein in die Ausbildung“. Die Transparente tragen einen QR-Code, der neugierig Gewordene direkt zu einer gemeinsamen Seite bringt mit allen Lehrstellenangebot und Servicekontakte. Einfacher und bequemer geht es wirklich nicht. „Das Angebot der Unternehmen steht, jetzt geht es darum, alles zu tun, damit Lehrstellen und Praktikumsplätze und Interessenten auch zusammenfinden“, bringt Kreishandwerksmeister Thomas Dopheide das Anliegen der ausbildenden Wirtschaft bündig auf den Punkt.

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Bis März 2021 sind im Kreis Mettmann insgesamt 1742 Berufsausbildungsstellen gemeldet worden, weiß Wolfgang Mai, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Mettmann. Dem gegenüber stehen 1973 Bewerber und Bewerberinnen, die sich im Laufe des Berichtsjahres bei den Agenturen für Arbeit vor Ort gemeldet haben. „Auf eine/n Bewerber/in kommen damit im Kreis Mettmann 0,9 Ausbildungsplätze“, rechnet Mai vor: „Zurzeit sind noch 1204 junge Frauen und Männer auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Gleichzeitig sind noch 1118 Ausbildungsplätze unbesetzt.“

Das große Thema Fachkräfte-Mangel wird nach der Pandemie wieder in den Focus rücken, ist sich der Arbeitsmarkt-Experte sicher: „Fachkräfte wachsen nicht auf Bäumen. Nur wer auch in Zeiten der Pandemie Nachwuchs ausbildet und Personal qualifiziert, wird über die dringend benötigten Fachkräfte von morgen verfügen.“

Dabei unterstützen kann der Schutzschirm für Ausbildung, den 720 Unternehmen aus Düsseldorf und dem Kreis Mettmann bereits genutzt haben. Der Bund habe seinen Schutzschirm für Ausbildung in diesem Jahr noch attraktiver gemacht. „Die Förderungen werden verdoppelt“, erläutert Wolfgang Mai: „Von der Pandemie betroffene Betriebe können dann zum Beispiel 4000 Euro für jede Ausbildung bekommen, wenn sie das Ausbildungsniveau halten, und 6000 Euro, wenn sie es erhöhen.“ Die Übernahmeprämie in Höhe von 3000 Euro pro Azubi können Unternehmen erhalten, die Azubis von einem pandemiebedingt insolvent gegangenen Betrieb unmittelbar übernehmen.

In der Wissensregion Düsseldorf gibt es rund 300 Studiengänge: 250 in Düsseldorf, knapp 50 im Kreis Mettmann. Die Bandbreite der Studienmöglichkeiten ist groß: Alleine im Bachelor gibt es 120 Studiengänge in der Region, im Master noch einmal gut 100. Dabei sind 75 Bachelor- und Masterstudiengänge auch dual oder berufsbegleitend studierbar. Aktuell studieren rund 54.000 Menschen in Düsseldorf und im Kreis Mettmann: 38.000 in einem Bachelor-Studiengang, über 7000 in einem Master, darunter etwa 4500 dual oder berufsbegleitend.