1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann

Mettmann: Immer weniger Besucher im Hallenbad

Mettmann : Immer weniger Besucher im Hallenbad

Das Mettmanner Bad steht in Konkurrenz zu den neuen Bädern in der Region. Besonders Kinder wandern ab.

Die Zahl der Hallenbad- und Saunabesucher, die das Bad an der Gottfried-Wetzel-Straße besuchen, geht zurück. Der Grund: "Neue, moderne Bäder in der näheren Umgebung stellen eine starke Konkurrenz zum Mettmanner Hallenbad dar", heißt es in einer Vorlage für den heutigen Sportausschuss (17 Uhr, Rathaus). Besonders das Neanderbad in Erkrath ist bei den Mettmannern beliebt.

An Wochenende trifft man viele Erwachsene mit ihren Kindern aus der Kreisstadt auf der Neanderhöhe in Erkrath. In konkreten Zahlen sieht die Situation folgendermaßen aus: 2008 besuchten insgesamt 110 026 Menschen das Mettmanner Hallenbad. Im vergangenen Jahr waren es noch 78 814 Badegäste. Bei den Erwachsenen ist ein kontinuierlicher Rückgang von 39 274 in 2003 auf 21 201 Besucher in 2012 zu verzeichnen.

Ähnlich sieht es bei den Kindern aus: Waren es 2003 noch 18 638 Wasserratten, die den Sprung ins Nass toll fanden, waren es in 2012 lediglich 5991 Besucher. Laut Verwaltung hat der Rückgang bei den jugendlichen Badbesuchern folgende Gründe: Geändertes Freizeitverhalten, verändertes Schulsystem mit vermehrtem Nachmittagsunterricht. Außerdem sei das Mettmanner Hallenbad, das in den 70er Jahren als Sport- und Funktionsbad gebaut wurde, wohl nicht mehr so attraktiv.

Die Sauna, die Ende der 1980er Jahre modernisiert wurde, verzeichnet ebenfalls weniger Besucher. Von 5815 in 2002 auf 3143 in 2012. Die Parkplatzsituation habe sich verschlechtert, sagt die Verwaltung. Großflächige Parkplätze (Schulhof Schulstraße und Karstadt) seien weggefallen und das kostenpflichtige Parkhaus an der Neanderstraße werde vom Saunagast zum Eintrittspreis hinzugerechnet. Erschwerend komme hinzu, dass das Parkhaus sonntags geschlossen ist. Gerade ältere Saunagäste, sagt Fachbereichsleiterin Astrid Hinterthür, scheuen nach dem Saunabesuch den weiten Weg mit den schweren Taschen.

Lediglich die Auslastung durch Schulen und Vereine bleibe stabil, heißt es in der Vorlage.

Um die Einkommensverluste etwas auszugleichen, hat die Verwaltung vor acht Jahren den Tarif erhöht. Die Vereine werden für die Nutzung des Hallenbades von der Stadt zur Kasse gebeten. Dennoch sind die Einnahmen von 144 860 in 2003 auf 126 623 zurückgegangen.

Von einer Kostendeckung kann beim Mettmanner Hallenbad keine Rede sein: Die Ausgaben in 2009: 703 948 Euro, Einnahmen 214 823 Euro (Kostendeckung 30,5 Prozent), in 2010: Ausgaben 1,199377 Euro, Einnahmen 620 668 Euro (Kostendeckung 51,75 Prozent), in 2011: Ausgaben 864 618 Euro, Einnahmen 563 376 Euro (Kostendeckung 65,17 Prozent) und in 2012: Ausgaben 709 724 Euro, Einnahmen 236 341 Euro (Kostendeckung 33,3 Prozent).

(RP/rl)