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Mettmann: Immer mehr junge Abhängige

Mettmann : Immer mehr junge Abhängige

Der Streetworker der Caritas Suchthilfe legt seinen Jahresbericht für Mettmann und Wülfrath vor. Vor allem auf dem Jubiläumsplatz und Am Diek treffen sich Drogenabhängige und konsumieren Rauschgifte.

Mettmann/Wülfrath Die Zahl der jungen Menschen, die Drogen konsumieren, nimmt in Mettmann und Wülfrath zu. Dies geht aus dem Jahresbericht des Streetworkers der Caritas, Jerome Schneider, hervor. "In Mettmann beobachten wir mit Sorge, dass am Jubiläumsplatz zunehmend junge, teils sichtbar verwahrloste Konsumenten angetroffen werden."

Doch nicht nur auf dem Jubi werden Drogen aller Art gehandelt und konsumiert, auch rund um das Mehrgenerationenhaus, im Bereich des ehemaligen Karstadtgebäudes, am Lavalplatz und um das Hallenbad "finden junge Konsumenten Orte für mehr oder weniger ungestörten Konsum." An warmen Tagen werden dazu auch die Grünflächen unterhalb der Goethestraße an der Hauptschule, Realschule und Erich-Kästner-Schule aufgesucht.

Polizei verlagert die Szene nur

In Wülfrath werden Drogen nachmittags neben dem innerstädtischen Parkplatz am Diek, in den Abendstunden um und am ehemaligen Rathaus, im Stadtpark, sowie auf der Grünfläche am ehemaligen Jugendhaus konsumiert.

"Die Wanderwege der ehemaligen Wülfrather Kalkabbaugebiete bieten Jugendlichen vor allem in den Abendstunden und am Wochenende Konsum-Orte", sagt Jerome Schneider. Alle diese Plätze, so der Streetworker, werden regelmäßig aufgesucht. Die Zahl der dort anzutreffenden Klienten sei schwankend und stehe in Wechselwirkung mit Wetter, Tageszeit und polizeilichen Kontrollen, die immer wieder zum Wechsel der Szene-Treffpunkte führen. Der Streetworker sucht diese Plätze auf und spricht mit den jugendlichen Konsumenten und mit den "Alt-Klienten".

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Die Caritas-Wohnungslosenhilfe an der Lutterbecker Straße wird einmal wöchentlich vom Streetworker aufgesucht. Sie biete viel Platz für rege und stetige Kontakte zu einer Vielzahl von Klienten aus Mettmann. In Mettmann und Wülfrath bietet der Streetworker einmal wöchentlich ein Frühstück für Drogenabhängige an. In der Regel kommen 15 bis 18 Abhängige zu diesem Treff.

Jerome Schneider versucht, die Drogenabhängigen in die Suchtberatungsstelle, Wohnungslosenhilfe und Schuldnerberatung zu vermitteln, gibt lebenspraktische Unterstützung bei Wohnungs-, Job- und Beziehungsfragen. Er kooperiert mit den Ämtern, mit den Ärzten, den Schulen mit sozialpsychiatrischen Diensten sowie mit Polizei und Justiz.

Die Caritas-Suchtberatungsstelle wird vom Evangelischen Krankenhaus informiert, wenn bei Patienten ein Suchtproblem vermutet wird. "Der Mitarbeiter für aufsuchende Hilfen besucht diese Menschen, erörtert mit ihnen die Situation und bietet ihnen eine adäquate Hilfe durch die Beratungsstelle an", schreibt der Streetworker in seinem Jahresbericht.

(RP/rl)