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Mettmann: IHK: Sorgenkind Einzelhandel

Mettmann : IHK: Sorgenkind Einzelhandel

Die Industrie- und Handelskammer spricht von stabilen Aufschwung im Kreis Mettmann, doch der Umsatz in Geschäften lässt zu wünschen übrig. 50 Prozent der befragten Unternehmen gehen von sinkenden Umsätzen aus. Dem Großhandel geht es dagegen blendend.

KREIS METTMANN Stabiler Aufschwung, gutes Konjunkturklima, noch bessere Wirtschaftsaussichten als im Jahr 2007. Wenn es nach der aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer geht, dann stehen die Unternehmen im Kreis Mettmann glänzend da. 200 Betriebe mit rund 30 000 Beschäftigten von der kleinen Apotheke bis hin zu großen Fischen wie GF in Mettmann hat die IHK in den vergangenen Wochen befragt und bringt die das Ergebnis auf einen Punk: Der Aufschwung ist stabil.

Nur beim Einzelhandel – das heißt in den Kaufhäusern und kleinen Geschäften in den zehn Städten scheinte die gute Wirtschaftsentwicklung noch nicht anzukommen. „Der Einzelhandel ist das Schlusslicht am Konjunkturzug“, sagt Gerd Helmut Diestler, stellvertretender Geschäftsführer der IHK Düsseldorf.

„Es kommt schlimmer“

So berichte derzeit so gut wie kein Einzelhändler aus dem Kreis Mettmann über eine gute Geschäftslage. „Die Hälfte befindet sich sogar in einer schlechten Lage“, sagt Diestler. Für den weiteren Jahresverlauf sei sich die Branche uneinig: Die eine Hälfte der Betriebe erwarte steigende Umsätze, die andere hingegen einen Rückgang.

Entsprechend hofften 47 Prozent auf eine Verbesserung ihrer Geschäftslage, aber 42 Prozent seien überzeugt, dass es noch schlimmer komme. Das der Einzelhandel nicht gerade jubiliert, habe man schon an den Rückmeldungen des Weihnachtsgeschäfts merken können. Die Mehrwersteuererhöhung schlage nun voll auf das Konsumklima durch. Darüber hinaus seien größere Anschaffungen und langlebige Güter wie Autos schon lange vor der Mehrwertsteuererhöhung gekauft worden, so die IHK. Zu den langlebigen Gütern gehörten auch Möbel, eine Anschaffung wo Verbraucher im Kreis wohl deutliche Kaufzurückhaltung übten.

Zehn Prozent wollen abbauen

Dennoch möchten ein Drittel der befragten Einzelhändler mehr Personal beschäftigen. Nur zehn Prozent wollen Personal abbauen. Konjunktureller Spitzenreiter im Kreis Mettmann sei, wie auch schon im Spätsommer 2007, der Großhandel.

Diese Branche befinde sich mit einem Positivsaldo der Geschäftslage von über 80 Prozentpunkten nach wie vor in hervorragender Verfassung. Auch bei den Geschäftserwartungen überwögen die optimistischen Großhändler mit 55 Prozentpunkten. Mit einem Indexstand von 130 Punkten beziehungsweise mehr sei auch in der Industrie sowie bei den unternehmensnahen Dienstleistern das Konjunkturklima sehr gut.

Dabei überträfe in der Industrie die derzeitige Lageeinschätzung die gleichwohl aufwärtsgerichteten Erwartungen, während die Dienstleister sich außerordentlich optimistisch für das laufende Jahr gäben, aber auch ihre derzeitige Lage deutlich positiv beurteilten.

(RP)