Hundestreit in Mettmann endet vor Gericht

Zeugenaussagen widersprechen sich : Streit unter Nachbarn endet mit einer Geldstrafe

Es war ein Streit unter Nachbarn – und es ging um Hunde. Das reicht schon, um die Gemüter zu erregen Auf der Anklagebank: Der Freund oder auch Bekannte einer Anwohnerin aus Metzkausen. Genaueres zu den privaten Verhältnissen erfuhr man nicht, allerdings war sich der Mann sicher: „Hier wohnen nur Spießbürger, die kommen mit uns nicht klar.“

Und damit nicht genug: Seit dieser leidigen Geschichte damals im Herbst 2017 würden ihn die Nachbarn filmen und ihm aus dem hupenden Auto heraus zuwinken. Er fühle sich in dieser kleinbürgerlichen Gegend in die Ecke gedrängt und ohnehin wegen der erstinstanzlichen Verurteilung durch das Mettmanner Amtsgericht zu einer Geldstrafe ungerecht behandelt. Er habe selbst mal Jura studiert und wisse, dass man sich an Rechtsverordnungen halten müsse. Das wiederum habe die Nachbarin, deren Hunde ihn damals angesprungen hätten, nun mal nicht getan. Selbst mit den beiden Bulldoggen seiner Bekannten unterwegs, habe er sie aufgefordert, die Tiere an die Leine zu nehmen. Das allerdings, so der Vorwurf, mit beleidigenden Worten. Und später auch noch: „Ich bring dich um.“

Niemals habe er so etwas gesagt, sagt der Angeklagte nun – er sei höflich zu Frauen und bediene sich keinesfalls einer solchen Gossensprache. Eine beim nun verhandelten Berufungsverfahren in den Zeugenstand geladene Nachbarin erzählt jedoch, dass sie von ihrem Balkon aus genau diese Sätze vom Angeklagten gehört haben will. Sie habe sich jedoch nichts dabei gedacht, weil sie so etwas von dort ständig höre und sich der 57-Jährige des öfteren lautstark mit seiner Bekannten streite. Dazu patrouilliere er auch noch auf der Straße hin und her – mit über den Kopf gezogener Kapuze und Sonnenbrille. Es gebe bereits etliche Anzeigen von Nachbarn gegen ihn wegen Beleidigung, Belästigung und zerstochener Autoreifen.

Zu dem, was im Januar vor dem Amtsgericht verhandelt worden war und nun vor dem Wuppertaler Berufungsrichter landete, gab es zwei unterschiedliche Tatversionen. Der Angeklagte behauptet, die drei Hunde der Nachbarin seien auf ihn zugelaufen und hätten ihn angesprungen. Er habe sich daraufhin hinter das Gartentor seiner Bekannten geflüchtet. Doch auch daran sollen die Hunde hoch gesprungen sein. Er habe sich bedroht gefühlt und sei in einer Notlage gewesen. Im Übrigen handele es sich bei der Hundehalterin „um eine gelangweilte Hausfrau, die den ganzen Tag über nichts zu tun hat und nun zum ersten Mal in ihrem Leben im Mittelpunkt steht.“

Deren Aussage hörte sich hingegen ganz anders an. Demzufolge soll es der Angeklagte gewesen sein, der sich zwischen sie und ihre sitzenden Hunde gestellt und sie angepöbelt habe. Danach sei die Sache noch weitergegangen. Erst vor wenigen Tagen soll der Angeklagte sie mit einem Stein beworfen haben. Der wiederum beschwerte sich, dass wegen der Vorstrafe das Mettmanner Ordnungsamt damit gedroht habe, seiner Bekannten die Hunde wegzunehmen, wenn er weiterhin damit spazieren gehe. Das Gericht folgte ihm nicht: Es bestätigte die zuvor verhängte Geldstrafe von 1350 Euro.

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