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Hundesteuer ist in Wülfrath am höchsten

Mettmann : Hundesteuer ist in Wülfrath am höchsten

Eine aktuelle Studie des Bundes der Steuerzahler zeigt: Von 396 Städten nimmt die Kalkstadt einen teuren Platz 381 ein.

Die Liebe zu einem Vierbeiner kann teuer werden. Wie teuer, das hängt vom Wohnort ab: Die Stadt Wülfrath hat im Kreis Mettmann die höchsten Hundesteuersätze. Die Stadt Langenfeld ist am günstigsten. Das ist Ergebnis einer Studie, die jetzt der Bund der Steuerzahler veröffentlicht.

Erstmals hat der Bund die Hundesteuersätze für alle 396 Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen erhoben. Demnach ist NRW-weit Lienen mit 24 Euro für den ersten, 60 für den zweiten und 72 für den dritten Hund besonders günstig, während Hagen mit 180 Euro für den ersten, 210 für den zweiten und 240 für den dritten Hund für Tierhalter ein teures Pflaster ist.

Die Mehrzahl der Städte des Kreises Mettmann findet sich in dieser Studie im Mittelfeld wieder. Ausreißer sind als besonders günstige Städte für den ersten Hund jedoch Langenfeld mit 90 und Monheim mit 96 Euro. Wülfrath liegt hingegen mit 132 Euro auf einem teuren Platz 381.

Die Sätze im Einzelnen (in den Klammern die Steuersätze für den ersten, zweiten und dritten Hund): Langenfeld (90, 108, 126), Monheim (96, 120, 144), Heiligenhaus (108, 135, 155), Erkrath (110, 130, 150), Mettmann (110, 140, 160), Ratingen (112, 160, 195), Hilden (114, 138, 156), Velbert (119, 146, 174), Haan (120, 144, 168), Wülfrath (132, 156, 180). Doch warum ist Wülfrath so teuer? Antwort: Um die Zahl der Tiere zu begrenzen. Die Erhöhung der Hundesteuer auf den aktuell gültigen Satz wurde 2017 beschlossen. Damals reifte die Erkenntnis, dass es in der Kalkstadt im Vergleich mit anderen Kommunen der Region relativ viele Hunde pro Einwohner gibt. Daher wurde der Satz von 120 auf 132 Euro erhöht.

Angenehmer Nebeneffekt: Die höhere Besteuerung der Hundehalter spült den Kommunen auch mehr Geld in die Kassen. Allein in Wülfrath waren es nach Angaben der Stadtverwaltung im vergangenen Jahr 201.480 Euro, mehr als erwartet. Auch in Erkrath wirft die Hundesteuer mit 289.000 Euro für aktuell 2599 gemeldete Hunde ein hübsches Sümmchen ab.

Allerdings ist die Hundesteuer für die Einnahmen einer Kommune von eher nachrangiger Bedeutung: Nach Angaben des statistischen Bundesamtes beträgt ihr Anteil an den Gemeindesteuern durchschnittlich gerade mal 0,5 Prozent. Sie gilt übrigens als Luxussteuer, die die Last der Allgemeinheit dafür ausgleichen soll, dass sich eine Gruppe etwas Besonderes leistet.

Das allerdings rief Gegner auf den Plan, die in einem Hund mehr als nur Luxus, sondern den Sozialpartner des Menschen sehen. Daher haben zwischenzeitlich einige Städte eine so genannte Tierheim-Befreiung: Wer seinen Hund statt aus einer Zucht aus dem Tierheim beschafft, muss zumindest eine Zeit lang keine Steuer zahlen. In Erkrath währt diese Tierheim-Befreiung laut Studie des Steuerzahlerbundes zwei Jahre. In Mettmann und Wülfrath gibt es sie nicht. Doch alle drei Städte gewähren sozial Schwachen eine Ermäßigung: Erkrath zu 50 Prozent und Mettmann zu 75 Prozent auf den ersten Hund, Wülfrath sogar zu 50 Prozent auf alle Hunde.

Übrigens: Aktuell sind in Wülfrath 1511 Hunde gemeldet, acht mehr als 2017. Die Steuererhöhung vor zwei Jahren hat also nicht wirklich etwas bewirkt.