Wülfrath: Hunde richtig halten

Wülfrath: Hunde richtig halten

Der Wülfrather Schäferhunde-Verein bietet einen Erziehungskurs für alle Rassen an.Als erstes inspiziert Peter Engelberth die Leine. Sie soll nicht zu lang und nicht zu schwer sein.

Für Hunde aller Rassen bietet der Verein für Deutsche Schäferhunde, Ortsgruppe Wülfrath, einen Erziehungskurs nach dem "Augsburger Modell" an. Der Einstieg ist jederzeit möglich, so Trainer Peter Engelberth. Zur ersten Stunde haben sich drei Hundebesitzer auf dem Vereinsgelände eingefunden. Angelika Bobrowski ist mit der etwa dreijährigen Jagdterrier-Hündin Leni gekommen, Jutta Späth mit dem Yorkshire-Mischling Bobby und Mario Fasol mit dem fünfjährigen Nemo aus Polen. Alle Hunde kommen aus Tierheimen und haben zu ihren neuen Besitzern noch keine wirkliche Bindung aufgebaut. Dies zeigt sich bei Leni und Bobby besonders deutlich. Aufgeregt ziehen die Tiere in alle Richtungen und interessieren sich für alles außer für ihre Frauchen. Dies muss dringend geändert werden.

Flexileine ungeeignet

Übungsleiter Peter Engelberth inspiziert zunächst einmal die Leinen. Lenis Flexleine ist für die Hundeerziehung völlig ungeeignet, denn hier kann der Hund nie lernen, wie weit sein Aktionsraum eigentlich geht. Die hübsche rote Leine von Bobby ist für den kleinen Hund unnötig schwer und viel zu starr. Peter Engelberth zeigt eine schlichte Einmeter-Leine für die künftigen Übungsstunden mit und ohne Kurs. Nach dem Training ist erst einmal Einkaufen angesagt. Doch nun geht es aufs Trainingsgelände und schon passiert das erste Missgeschick. Einer der Hunde will ein Geschäft erledigen – und das geht gar nicht. Vor dem Kurs sollten sich die Hunde bei einem ausgiebigen Gassi-Gang entleert haben, denn Duftmarken auf dem Trainingsplatz würden alle folgenden Hunde ermuntern, eigene "Zeichen" zu setzen. Der Fast-Täter muss nun erst außerhalb des Geländes sein Geschäft erledigen.

Dann wandern Menschen und Hunde kreuz und quer über die Wiese. "Wenn der Hund in eine Richtung zieht, laufen Sie mit ihm genau entgegengesetzt", fordert der Trainer auf. Die schnelle Reaktion auf das Verhalten des Hundes müssen die Menschen erst einmal üben. Vor allem gilt es, die Aufmerksamkeit des Hundes zu erregen. Dafür ist jedes unwiderstehliche Mittel recht. In diesem Fall heißt es Fleischwurst. Die ist in Würfelchen geschnitten und wird zwischendurch aus einem Futterbeutel für richtiges Verhalten gereicht. Doch auch das will geübt sein. "Wenn Sie sich über den Hund beugen, kann er das als Bedrohung auffassen. Besser ist es, in die Hocke zu gehen und den Hund auf Augenhöhe zu belohnen."

Nach der ersten Übungsstunde ist allen Teilnehmern warm geworden. Bis zur Begleithund-Tauglichkeit ist noch viel zu lernen. Doch die Mühe lohnt sich. Sie entscheidet darüber, ob das tägliche Miteinander von Mensch und Hund Stress oder Vergnügen bedeutet.

(RP)