Geistliches Wort aus Mettmann : Hinabsteigen vom Kreuz

Der Kreisjugendseelsorger Max Moll macht sich Gedanken zum Karfreitag.

Karfreitag, da hängt Jesus Christus, Gottes Sohn, am Kreuz. Und die Leute um ihn herum fordern ihn auf, so heißt es im Matthäusevangelium: „Wenn du Gottes Sohn bist, rette dich selbst und steig herab vom Kreuz!“ (Mt 27,40) Jesus soll vom Kreuz hinabsteigen, aber er tut nicht, was die Menschen von ihm vielleicht in spöttischer Absicht verlangen. Und gerade dadurch steigt er letztlich doch hinab, indem er sich ausliefert. Er steigt hinab in die tiefsten Dunkelheiten des menschlichen Daseins, in die schlimmste Verzweiflung, in das Leiden und in den Tod. „Hinabgestiegen in das Reich des Todes“ wird im Glaubensbekenntnis gebetet. Dass Jesus am Kreuz hängt und stirbt, ist die Konsequenz seines Lebens und seiner Liebe für und zu uns. Was Weihnachten damit begann, dass Gott selbst Mensch wurde, dass er sich klein machte und er hinab stieg in das menschliche Dasein, findet am Karfreitag seine endgültige Konsequenz. Gott ist nicht nur Mensch geworden, um die guten Seiten des Lebens zu genießen, um zu feiern und Freude zu haben. Sondern auch um alles mit uns Menschen zu teilen, in dem er es selbst erlebte. Letztlich auch den Tod, um uns aus und durch seine Liebe zu retten. Damit „jeder der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat“ (Joh 3,15).

Dr. Max Moll ist Kreisjugendseelsorger für das Kreisdekanat Mettmann.

(RP)