Mettmann: Hilfe für Erdbebenopfer

Mettmann: Hilfe für Erdbebenopfer

Beim Pfarrfest von St. Lambertus wirbt die Ärztin Dr. Barbara Höfler für weitere Unterstützung der Menschen auf Haiti. Viele Spendengelder sind nicht bei den Bedürftigen angekommen. Dies ist beim Lespwa-Verein anders.

Bei prachtvollem Erntedank-Sonnenschein feierten die Mettmanner Katholiken ihr Pfarrfest. Rund um das Kaplan-Flintrop-Haus gab es Musik, Speis und Trank, Spiel und Spaß. Dirk Wermelskirchen, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates: "Wir zeigen bei dieser Gelegenheit unser Gemeindeleben, aber es soll auch Ort der Begegnung für Christen und Nicht-Christen sein".

Notfall-Seelsorger stellen sich vor

Unterhaltung weltlicher Art brachte der Männerchor, der regelmäßig im Flintrop-Haus probt. Auch zum ersten Mal stellte sich das Notfall-Seelsorge-Team des Kreises vor. Eine langjährige Tradition pflegt die Mettmanner Gemeinde mit ihrem Engagement für Haiti. Auf dem Pfarrfest informierte ein Stand über die Erdbeben-Hilfe, die den Mettmannern unter dem Namen "Bohnen für Bohnen" bekannt ist.

Alle Generationen fanden sich zum Gespräch mit Dr. Barbara Höfler im Kino-Zimmer ein, wo sie Filme und Fotos von ihrer Arbeit mit den haitianischen Slum-Kindern zeigte. Die Kölner Ärztin ging nach der Pensionierung für ein Jahr nach Port-au-Prince, um dort medizinische Hilfe zu leisten. "Inzwischen sind 13 Jahre intensiver Arbeit daraus geworden.", erzählte sie.

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Nachdem sie anfangs die Kinder in ihrem Auto direkt auf der Straße medizinisch versorgte, arbeitet sie inzwischen vor allem in den kleinen Schulen des Pater Bohnen, wo sie Elternarbeit, medizinische Kurse für Kindergärtnerinnen, autogenes Training, Ausflüge für die traumatisierten Kinder und vieles mehr betreut.

Die Filme boten ein lebendiges Bild ihrer Arbeit vor und nach dem Beben, und die regen Fragen beantwortete Dr. Barbara Höfler ausführlich. "Das ist wichtig für die Spendenwilligkeit, denn die Leute brauchen etwas zum Anfassen.", sagte die Ärztin.

Das funktioniere nur mit persönlichem Einsatz non-stop. Und nach dem Erdbeben ist der Spendenbedarf enorm groß. Zu 80 Prozent zerstört sind die fünf Zentralschulen, die 182 Minischulen und die Berufsschule, die das Projekt des Pater Bohnen inzwischen umfasste.

Nicoletta Siepmann, die sich seit vielen Jahren in Mettmann für das Projekt engagiert, sagte: "Der Vorteil ist der direkte Kontakt nach Haiti. Denn von vielen Spendengeldern ist bisher dort nicht viel angekommen. Der kleine Verein Lespwa hingegen ist laut Charity Watch vertrauenswürdig."

(RP)