Heimatverein: Posthalterei soll Denkmal sein

Sorge um historisches Gebäude in Mettmann : Heimatverein: Posthalterei soll Denkmal sein

Die „Aulen Mettmanner“ beantragen bei der Stadt für das historische Gebäude jetzt den Abrisschutz.

(arue) Die Bürger- und Heimatvereinigung „Aule Mettmanner“ ist alarmiert: „Aus der Umgebung des Investors haben wir die Aussage bekommen, dass der Erhalt der Alten Posthalterei möglich, aber unwirtschaftlich sei“, sagt Vorsitzender Friedel Liesenkloß. Daher will der Heimatverein nun alles daran setzen, das historische Haus mit seinen Nebengebäuden zu erhalten und beantragt in einem Brief an das beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) angesiedelten Amt für Denkmalpflege seine vorsorgliche Unterschutzstellung.

„Die alte Posthalterei mit Resten der Stadtmauer und altem Pflaster stellen für unsere Stadt und besonders für die Oberstadt ein bedeutendes Ensemble dar“, schreibt Liesenkloss an die Abteilungsleiterin Dr. Claudia Euskirchen: „Das Biedermeier-Vorderhaus fügt sich an die Historische Häuserfronten an. Der mittlere Teil aus dem 18. Jahrhundert ist sicher besonders wertvoll und bedeutend. Das hintere barocke Gebäude beinhaltet Teile der Stadtmauer mit einem Kragstein des Wehrganges und einen gut erhaltenen Giebel zur Kreuzstraße. Es soll sich auf dem Gelände ein Geheimgang befinden. Der gesamte Innenhof ist mit historischen Pflaster ausgelegt.“

Im August dieses Jahres hatte die Stadtverwaltung mitgeteilt, dass sich für das historische Gebäude ein Käufer gefunden hat. Dieser ist bislang noch nicht in Erscheinung getreten. „Die Gebäude zählen zu den ältesten unserer Stadt und haben daher auch eine wichtige historische Bedeutung“, hatte Bürgermeister Thomas Dinkelmann damals betont und sich erfreut gezeigt, dass nun ein Käufer für die vom Verfall bedrohten Gebäude gefunden sei.

Wie die Aulen Mettmanner berichten, wurden die Gebäude bereits 1673 erwähnt. „Der für die damalige gute Entwicklung unserer Stadt so wichtige Postbetrieb wurde Anfang des 19. Jahrhunderts aufgenommen. Mehrmals hielten die Postwagen nach und aus Düsseldorf und Elberfeld. Es wird über prominente Fahrgäste berichtet. So soll Generalfeldmarschall Blücher hier 1814 nach Kriegsende eingekehrt sein“, erläutert Liesenkloss.

„Wir sorgen uns deshalb um den Erhalt, befürchten die Niederlegung und beantragen vorsorglich Unterschutzstellung und Abrissschutz“, so Liesenkloss: „Aus der Umgebung des Investors haben wir die Aussage bekommen, dass der Erhalt möglich, aber unwirtschaftlich sei. Wir meinen, dass wegen der besonderen geschichtlichen Bedeutung und dem wichtigen Erhalt des Stadtbildes besonders hohe Anforderungen an die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit zu stellen sind. Im Umfeld Markt und Oberstadt sind Gebäude restauriert und erhalten worden, die in erheblich schlechterem Zustand waren.“

(arue)