Erkrath: Haiti braucht weiter Hilfe

Erkrath: Haiti braucht weiter Hilfe

Im letzten Jahr erhielt die Haiti Hilfe Erkrath für ihr Engagement in dem karibischen Staat den Bürgerpreis der Stadt Erkrath. Die Rheinische Post sprach mit Ingrid Fehrenbacher, 1. Vorsitzende, Cornelia Cloos, 2. Vorsitzende, und Regina Inger, Finanzvorstand, sowie Bernd Roland, Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender, ob und wie sich die Verleihung des Preises ausgewirkt hat.

Frau Fehrenbach, Sie haben über Aktivitäten verschiedener Kreise, wie Aktionen für Haiti in der Grundschule Falkenstraße oder Pfarrfeste in St. Johannes, die eine Partnergemeinde Chambellan unterstützen, zu der Initiative gefunden und wurden im letzten Jahr zur Vorsitzenden gewählt. Hat sich an der öffentlichen Wahrnehmung der Haiti Hilfe etwas geändert?

Fehrenbacher: Wir haben kurzfristig mehr Aufmerksamkeit erhalten. Auch unsere gemeinsamen Aktionen mit vielen Erkrather Einzelpersonen und Organisationen für die Opfer des Jahrhunderterdbebens hat die Menschen auf die Not in Haiti aufmerksam werden lassen. Doch neue Katastrophen lenken natürlich die Aufmerksamkeit auch schnell wieder ab.

Inger: Wir konnten dank der 500 Euro Preisgeld eine Kooperation mit dem Gymnasium am Neandertal beginnen. Unter anderem werden die Schüler eine kleine Marktforschung zu fair gehandelten Produkten unter Erkrather Bürgern durchführen. Die Ergebnisse aller Projekte werden beim Tag der Offenen Tür am 1. Dezember in der Schule präsentiert.

Mit der Kita St. Johannes und der Grundschule Falkenstraße besteht bereits seit langem eine Kooperation. Was erhoffen Sie sich von diesen und der neuen mit dem Gymnasium?

Cloos: Die Vernetzung mit Kindergärten, Schulen und den Kirchen ist von entscheidender Bedeutung. Mit dieser Arbeit von unten erreichen wir Menschen aller Altersklassen und aus verschiedenen Umfeldern und schaffen früh ein Bewusstsein für die Notwendigkeit unserer Art der Entwicklungshilfe.

Was kennzeichnet ihre Art der Hilfestellung?

Roland: Seit 30 Jahren ist unser Ansatz die Hilfe zur Selbsthilfe. Der Verkauf von fair gehandelten Produkten ist ein Beitrag, auf kommunaler Ebene für ein besseres Verständnis der Problemlage in den armen Ländern zu sorgen. Wir versuchen, Bürger zum Konsum von solchen Produkten zu bewegen, bei denen der Erlös auch bei Kleinbauern und Kleinunternehmern ankommt.

Fehrenbacher: Natürlich ist auch das Sammeln von Spenden, z. B. bei unserem jährlichen Spendenessen, ein wichtiger Baustein unserer Arbeit. Mit unseren Einnahmen aus dem Verkauf im Laden, bei Basaren und auf dem Stadtfest unterstützen wir eine Krankenstation. Die Gelder, die für die medizinische Versorgung dringend benötigt werden, kommen über Haiti Med direkt dort an.

Wie viele Mitglieder zählt ihr Verein?

Inger: Wir haben 37 Mitglieder, von denen sich 20 aktiv im Laden oder bei unseren zahlreichen Aktionen beteiligen.

Roland: Wie andere ehrenamtlich tätige Organisationen ist es auch für uns schwer, neue und vor allem jüngere Mitglieder zu finden. Wir würden uns über die Unterstützung quer durch alle gesellschaftlichen Gruppierungen unserer Stadt wünschen, so dass die Vision einer wirksamen Veränderung wenigstens punktuell in Haiti noch größere Wirksamkeit erlangt.

Susann Krüll stellte die Fragen

(krue)
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