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Gymnasium Wülfrath ist jetzt Schule gegen Cybermobbing

Kastanienallee : Gymnasium ist jetzt Schule gegen Cybermobbing

Wülfrath kann stolz sein: Nur 112 von den rund 1000 Medienscouts-Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen haben diese Auszeichnung erhalten.

Das Projekt „Medienscouts“ läuft schon seit Jahren am städtischen Gymnasium an der Kastanienallee. Schüler werden dabei zu Medienscouts ausgebildet und stehen ihren Mitschülern in Sachen Internet & Co. mit Rat und Tat zur Seite, beantworten Fragen, beraten, klären auf und nehmen Ängste. Wichtig ist hier das Peer-to-Peer-Konzept, das heißt Kompetenzvermittlung auf Augenhöhe.

„Es ist wichtig zu zeigen, dass die Schule sich um diese Thematik kümmert“, betont Schulleiter Joachim Busch, „aber nicht die Lehrer, sondern die Schüler machen das selbst.“ Das weiß auch Medienscout Viktoria: „Wenn etwas von Schülern kommt, die die Medien selbst nutzen, dann wissen die Schüler, dass die wissen, wovon sie reden.“ Insgesamt neun Medienscouts sind derzeit am Gymnasium aktiv. Unterstützt werden sie von den Beratungslehrerinnen Elif Saral und Alexandra Jörrens.

„Schüler bilden Schüler aus“, betont Elif Saral. „Wir beraten und bilden mit aus, aber die Scouts sind selbständig. Sie besuchen die 5. Klassen selbständig, bereiten ihre Präsentation vor.“ Dabei stellen sich die Medienscouts vor und klären zugleich über Grundlagen auf. „Es macht Spaß mit den 5ern zu arbeiten, zu zeigen, wie gehe ich mit meinen Daten um. Eltern wissen nicht immer, was die Kinder so im Netz machen“, erklärt Soraya (18). Deshalb sind die Medienscouts als Ansprechpartner für Medien-Fragen auch für die Eltern da, sind immer im Kontakt mit ihren Mitschülern, genauso untereinander.

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Da Rechtsfragen ebenfalls wichtig sind, klären Webinare mit Rechtsanwältin Gesa Stückmann über „Recht im Internet“ auf. „Der Grat ist ziemlich schmal“, weiß Nilay (15) danach. Denn schnell kann man sich unbewusst strafbar machen, allein durch das Weiterschicken bestimmter Inhalte. „Auch die Persönlichkeitsrechte sind uns wichtig“, betont Elif Saral. Genauso wie der Umgang mit sogenannten Klassenchats. Hier haben die Medienscouts des Gymnasiums zehn goldene Regeln für das Verhalten im Klassenchat aufgestellt.

„Ganz einfache Regeln wie: Wir beleidigen uns nicht, nach 20 Uhr ist Ruhe“, erklärt Soraya. „Wir hatten keine Klasse, die sagte, daran halten wir uns nicht.“ Nun ist das Gymnasium Wülfrath erstmalig für das Schuljahr 2020/21 mit dem Sonderabzeichen „Medienscouts NRW-Schule gegen Cybermobbing“ ausgezeichnet worden. Nur 112 von den rund 1000 Medienscouts-Schulen in ganz NRW haben diese Auszeichnung erhalten. Eine tolle Wertschätzung, meint Alexandra Jörrens: „Es ist eine lange Zeit und viel Arbeit, die wir investiert haben.“

Und auch Nilay freut sich: „Dieses Abzeichen motiviert.“ Bisher wissen die Medienscouts noch von keinem konkreten Cybermobbing-Fall an der Schule. Aber das liegt vermutlich an der guten Arbeit der Medienscouts. Und die hat enorme Vorbildfunktion, wie Joelle (17) erzählt: „Wir werden von den Fünftklässlern angesprochen: Wie werde ich Medienscout?“ An Medienscouts wird es also auch künftig nicht mangeln am Gymnasium Wülfrath.

Die Medienscouts NRW sind ein Angebot der Landesanstalt für Medien NRW. An teilnehmenden Schulen gibt es ausgebildete Schüler, um Problemen wie Cybermobbing im digitalen Alltag vorzubeugen. Die Medienscouts des Gymnasiums Wülfrath werden vom Förderverein der Schule unterstützt.