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Mettmann: GVM hat Angst vor Insolvenz

Mettmann : GVM hat Angst vor Insolvenz

Die Gesellschaft Verein zu Mettmann hat ein ernstes Problem. In einer außerordentlichen Generalversammlung will sie versuchen, eine Insolvenz zu vermeiden. Die Gastronomie des Clubhauses wird ab 1. August geschlossen.

Die Gesellschaft Verein zu Mettmann (GVM) befindet sich in einer ernsten Krise. In einer außerordentlichen Generalversammlung sollen nun Vorschläge gemacht werden, wie der Verein zu retten ist. Es geht um die Existenz des Vereins. Hintergrund sind finanzielle Fragen: Der Vereinsvorstand ist in seiner jüngsten Sitzung zu dem Ergebnis gekommen, dass das Vereinshaus an der Beckershoffstraße "nicht mehr in der gewohnten Weise" fortgeführt werden kann. Das Problem ist, dass die GVM keinen Pächter für ihre Gastronomie findet — zumindest nicht zu Konditionen, mit der sich die Traditionsgesellschaft anfreunden könnte.

"Deshalb sah sich der Vorstand verpflichtet, dem Käufer unseres Hauses zu signalisieren, dass ein Verkauf verbunden mit einem Pachtvertrag über zehn Jahre nicht durchführbar erscheint", erklärt Meinhard Otto, GVM-Vorsitzender, in einem Schreiben an die Mitglieder. Die Konsequenz daraus: "Damit ist ein Verkauf zu den in der Generalversammlung vom 7. Mai beschlossenen Bedingungen äußerst gefährdet, wenn nicht sogar unmöglich geworden." Es gibt einen Beschluss der Generalversammlung über die Höhe des Kaufpreises. Dieser Beschluss müsste im Zweifel wieder aufgehoben werden.

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Noch im Juni hatte sich die Gesellschaft zuversichtlich gezeigt, das Clubhaus verkaufen zu können. Ein Interessent war bereits gefunden, mit ihm ist die Gesellschaft noch immer in Gesprächen, bestätigte GVM-Vorsitzender Meinhard Otto. Die GVM sollte eigentlich selbst neuer Pächter werden und dann einen Pächter suchen, der die Gastronomie übernimmt. Von dieser Idee hat die GVM inzwischen Abstand genommen. Ohne einen Pächter kann die Gesellschaft, die in den vergangenen Monaten ehrenamtlich die Geschäftsführung des Gastronomiebetriebs übernommen hatte, das jedoch nicht leisten. "Um eine Insolvenz des Vereins mit den entsprechend negativen Folgen zu vermeiden, werden wir auf der Generalversammlung Lösungsvorschläge unterbreiten", so Otto. "Die Gastronomie bleibt deshalb ab dem 1. August geschlossen." Er sagt deutlich: "Wir haben einen Schlussstrich gezogen. Wir können es nicht mehr stemmen." Klar ist, dass der Verein das Haus loswerden muss. Allein für Sanierungsarbeiten müssen in den kommenden Jahren mindestens 150 000 Euro investiert werden. Mit Mitgliedsbeiträgen kann der Verein dies nicht finanzieren.

Für die Generalversammlung am Montag, 30. Juli, bittet der Vereinsvorstand um "möglichst vollzähliges Erscheinen". Um beschlussfähig zu sein, muss ein Viertel der Mitglieder anwesend sein. Wie ernst die Lage der Gesellschaft ist, zeigt die angedeutete Abweichung von dieser Regel: "Sollte dies um 19 Uhr nicht gegeben sein, findet um 19.10 Uhr eine zweite Generalversammlung statt, die bereits bei Teilnahme von sieben ordentlichen Mitgliedern beschlussfähig ist."

(RP)