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Mettmann: Guten Morgen statt Bonjour

Mettmann : Guten Morgen statt Bonjour

Vier junge Menschen aus der französischen Partnerstadt Laval absolvieren derzeit ein Praktikum bei Mettmanner Betrieben. Der Freundeskreis möchte die Jugendförderung forcieren.

Für vier französische Auszubildende heißt jetzt "Guten Morgen" anstatt "Bonjour". Vier Wochen lang werden Eminion Lardeux (17), Mathilde Gueno (18), Dany Faribeault (18) und Prescillien Prats (20) aus Laval ein Praktikum in Mettmann absolvieren, um sowohl die deutsche Sprache und Kultur näher kennenzulernen, als auch sich in ihren Lehrberufen weiterzubilden.

Als angehende Bäcker werden Eminion und Mathilde in der Produktion der Bäckereikette Wegener arbeiten. An ihrem ersten Arbeitstag, der Nacht von Sonntag auf Montag, hieß es dafür schon um 0 Uhr in der Backstube anzutreten. "In Frankreich fängt normalerweise nur der Bäckermeister schon so früh und Praktikanten erst um 6 Uhr morgens an. Hier können wir uns quasi schon mal im Meistersein üben", lacht Mathilde.

Deutsche Küche kennen lernen

Danys und Prescilliens Arbeitgeber ist das Best Western Hotel, in dessen Gastronomiebereich die Kochlehrlinge die deutsche Küche kennenlernen können. Zwar sei es für Peter Engelhardt, lange Jahre Leiter des Vorstandbüros des Bürgermeisters, unverständlich, dass Franzosen die deutsche Küche als Lehrbeispiel nähmen, wie er augenzwinkernd zugab.

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Die beiden jungen Männer zeigten sich jedoch sehr wissbegierig bezüglich der zu erwartenden kulinarischen Unterschiede und Neuheiten. "Ich kann mir gut vorstellen, auch nach meiner Ausbildung um Ausland zu arbeiten. Daher sehe ich dieses Praktikum als Chance und als Bereicherung, die mich zukünftig weiterbringen kann", beschreibt Prescillien seine Motivation, an dem Projekt teilzunehmen. Grundvoraussetzung für die Teilnahme war ein Mindestmaß an Deutschkenntnissen, um sich während des Praktikums überhaupt verständigen zu können.

Sprachkenntnisse sind wichtig

"Ursprünglich hatten wir vorgehabt, mehr Azubis nach Mettmann zu holen. Die vier Jugendlichen waren jedoch bisher die einzigen mit geeigneten Sprachkenntnissen", sagte Hedy Scholz vom Freundeskreis Mettmann-Laval, die den Austausch zu großen Teilen organisierte. Schon 2004 gab es die ersten Ideen, einen Städteaustausch auch auf beruflicher Ebene durchzuführen.

Durch organisatorische und personelle Schwierigkeiten sei eine konkrete Umsetzung jedoch erst jetzt möglich gewesen. "Vor allem im Freundeskreis hat ein Umdenken stattgefunden und die jetzigen Mitglieder nehmen die Jugendförderung mehr in den Fokus", sagt Scholz. "Aber steter Tropfen höhlt den Stein und mit diesem Pilotprojekt sind wir auf dem richtigen Weg." Ein Gegenbesuch Mettmanner Azubis ist zwar angedacht, konkrete Pläne gibt es noch nicht.

(lac)