Mettmann: Grünes Licht für Baugebiet am Friedhof

Mettmann : Grünes Licht für Baugebiet am Friedhof

Bauträger Paeschke und das Rheinische Amt für Denkmalpflege haben einen Kompromiss gefunden.

Der Streit zwischen Bauträger Paeschke und dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege in Sachen Neubaugebiet Friedhofstraße ist vom Tisch. "Wir haben uns geeinigt", sagt Klaus Schuster, Prokurist der Paeschke GmbH. Allerdings ging der Kompromiss zu Lasten der Wohnfläche. "Auf 460 Quadratmeter mussten wir verzichten", sagt Schuster. Das sind fünf bis sechs Wohnungen weniger als geplant. Die Denkmalbehörde war mit der Geschossigkeit von zwei Häusern unzufrieden. An der Eich- und an der Friedhofstraße gibt es jetzt kein Sattel-, sondern ein Flachdach.

Auch die Fassaden wurden in Teilen verändert. "Unsere Architekten hatten glatter und moderner geplant, jetzt müssen wir die Fassaden mehr gliedern", sagt Schuster. Hintergrund: Das Gesamtensemble des Neubaugebietes soll sich mehr als ursprünglich geplant in die vorhandene Bebauung einpassen. Die Fläche liegt im Bereich der historischen Innenstadt und dort gilt die Denkmalbereichssatzung. Das bedeutet: Es dürfen nur neue Häuser gebaut werden, die in das historische Erscheinungsbild passen.

"Der geänderte Bauantrag ist jetzt an die Stadt verschickt worden. Wir hoffen, dass wir bald eine Baugenehmigung erhalten", sagt Schuster. Fachingenieure und Statiker erstellen die neue Ausschreibung. Im Juni, so Schuster, kann mit den Ausschachtungsarbeiten begonnen werden, nach den Sommerferien soll der Hochbau folgen. Mit der Vermarktung des Neubaugebietes will Paeschke im Juni/Juli beginnen.

Zur Vorgeschichte: Die Obere Denkmalbehörde in Brauweiler war der Auffassung, sie sei bei der Aufstellung des Bebauungsplanes für das Neubaugebiet Friedhofstraße nicht ausreichend gehört und beteiligt worden. Die Stadtverwaltung Mettmann konnte diesen Eindruck eindeutig widerlegen, sagt Klaus Schuster. Hätte Paeschke das Gefühl gehabt, die Obere Denkmalbehörde sei nicht gehört worden, hätte man keinen Bauantrag eingereicht. Das Amt in Brauweiler forderte unter anderem nun Nachbesserung im Fassadenbereich der geplanten Häuser an der Eich- und Friedhofstraße. Auch über die Geschossigkeit müsse gesprochen werden, hieß es.

Die Firma Paeschke ist nicht glücklich über die Verzögerungen. Finanzielle Verluste müssen jetzt einkalkuliert werden. "Wir wollen aber das Denkmalamt nicht in Regress nehmen und auch nicht gegen die Stadt klagen. Das bringt nichts, ein Klageverfahren verzögert den Baubeginn möglicherweise weiter", sagt Schuster. Potenzielle Interessenten haben bereits Optionen auf Wohnungen und Häuser gestellt und befinden sich immer noch in einer "Warteschleife".

Die Paeschke GmbH hat das 1,6 Hektar große Gelände von der evangelischen Kirchengemeinde gekauft und die Gebäude (Gemeindehaus, Kindergarten, zwei Wohnhäuser) abgerissen. Das alte Pfarrhaus (Düsseldorfer Straße 12), das unter Denkmalschutz steht, hat die Paeschke GmbH erworben. "Wir werden es nach der Beendigung der Bauarbeiten sanieren und dann vermieten. Möglicherweise werden zwei Wohnungen eingerichtet oder eine Anwaltspraxis", sagt Klaus Schuster.

Der Bauträger will an der Friedhofstraße 52 Wohnungen in mehreren Gebäuden und zehn Doppelhäuser errichten. Paeschke beziffert das Investitions-Gesamtvolumen inklusive Tiefgarage auf 19 Millionen Euro.

(RP)