Grüne drängen auf besseren Klimaschutz in Mettmann

Mettmann : Grüne drängen auf besseren Klimaschutz in Mettmann

(arue) Partei und Ratsfraktion der Grünen sind mit den bisherigen Maßnahmen der Stadt Mettmann zum Klimaschutz unzufrieden. Im Sommer hatte der Rat einen Antrag der Grünen zum Klimaschutz nahezu einstimmig verabschiedet.

Dazu Ortsverbandssprecher Christoph Hütten: „Mettmann soll klimafreundliche Stadt werden, was genau die richtige Antwort auf die Klimakrise ist. Wir sind allerdings der Überzeugung, dass seit dieser Entscheidung viel zu wenig angepackt wurde.“ Die Einrichtung von Car-Sharing werde „zu langsam und ohne Mut“ vorangetrieben. Die versprochene Stelle zum Klimaschutz sei immer noch nicht besetzt und eine Optimierung und Intensivierung des Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) werde „bis jetzt nicht ernsthaft in Erwägung gezogen“. Der Indikator „Klimaschutz“ sei in den Ratsvorlagen noch nicht aufgetaucht, die Erstellung des Radverkehrskonzepts werde weiter verzögert, „und die Liste ließe sich sicher noch verlängern.“

„Das Thema Klimaschutz hat viel mit Mobilität zu tun. In der Stadt gibt es berechtigterweise fünf Bürgerinitiativen gegen die Belastungen durch den Autoverkehr. Alle bisherigen Lösungsansätze verdrängen den Verkehr aber nur an andere Orte. Mittlerweile ist allen klar: Nur eine Verringerung, nicht aber eine Umlenkung des motorisierten Verkehrs kann auf Dauer etwas Positives bewirken“, bemerkt Hütten weiter.

 Auf Initiative der Grünen seien im vergangenen Jahr Mittel für die Erstellung eines Radverkehrskonzepts bewilligt worden, „aber bis jetzt ist es noch nicht zur einer Auftragsvergabe gekommen“. In der letzten Hauptausschusssitzung hatte die Fraktion in einer Anfrage nach dem Stand der Dinge gefragt. Dazu Fraktionssprecher Nils Lessing: „Eine nachhaltige Mobilität ist ein Baustein zur Steigerung der Klimafreundlichkeit und dem Fahrradverkehr kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Umso ärgerlicher bin ich über die Haltung der Verwaltung bei dem Thema Radverkehr. Nachdem das Konzept ohne politisches Votum einfach um ein Jahr verschoben wurde, ist immer noch zu wenig Tempo drin. Es sollen jetzt erstmal Gespräche mit dem Kreis geführt werden, der auch ein Radverkehrskonzept aufstellen will. Das ist richtig und gut, allerdings hindert es uns doch nicht, sich zeitgleich mit dem innerstädtischen Radwegenetz zu befassen.“

Die Grünen kündigen an, im nächsten Rat wiederum nach dem Radverkehrskonzept zu fragen. „Viele andere Städte werden sich um Förderprogramme zum Ausbau von Radwegenetzen bewerben und es besteht die Gefahr, dass Mettmann dann außen vor bleibt.“ Partei und Fraktion werden bei dem Thema nicht lockerlassen, da eine Stärkung des Radverkehrs den störenden motorisierten Individualverkehr mindern wird und gut für das Klima ist, so Lessing weiter.

(arue)
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