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Gründer in Mettmann: Julian Köster in der Höhle des Löwen

Gründer in Mettmann : Julian Köster in der Höhle des Löwen

Der studierte Chemie- und Umweltingenieur aus Mettmann liebt Kaffee. Aber nicht bloß als Getränk, sondern als Basis für pflegende Kosmetik. Also gründete er ein Start-up und versucht jetzt, Investoren zu begeistern.

Mit Kaffeesatz lässt sich eigentlich nichts Tolles anfangen. Für Abrakadabras im Sinne einer Weissagung stehen die Zeiten schlecht und bestenfalls landet der schwarze Kaffeerest in Blumenrabatten oder der Bio-Mülltonne. Nicht so bei Julian Köster. Für sein Start-up extrahiert der Chemieingenieur aus dem verbrauchten Kaffeemehl das Kaffeeöl und stellt daraus eine Naturkosmetik-Linie zur Hautpflege her. Und mit diesem Produkt, Made in Mettmann, geht er heute Abend ins TV-Format „Höhle der Löwen“.

Das Ziel dort ist, einen der prominenten Löwen wie Nico Rosberg, Carsten Maschmeyer oder Georg Kofler von seinem Start-up zu überzeugen – damit er investiert. „Ich habe ein gutes Produkt, das den Zeitgeist trifft“, ist der Jungunternehmer überzeugt. Gleichzeitig ist der Mettmanner „super aufgeregt, das ist eine Riesenchance“, durchschnittlich zwei Millionen Leute gucken zu, „eine unglaubliche Reichweite für unser Produkt“. Und es wäre ein enormer Erfolg für ein Konzept, das in der Familiengarage begann. Doch der Reihe nach.

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Kaffee spielt eine wichtige Rolle im Leben des Mettmanners, „ich liebe den Geschmack und natürlich unterstützt mich die Wirkung, fokussiert und konzentriert durch den Tag zu gehen.“ Gleichzeitig hat der Mann, der einst am Konrad-Heresbach-Gymnasium Abi machte und früher „eigentlich wenig Sinn fürs Experimentieren hatte, das kam erst im Studium“, sich „schon immer gefragt, wie ich die Welt ein Stück besser machen kann“. Deshalb das Studium der Umweltingenieurwissenschaften und des Chemieingenieurwesens, übrigens in Aachen und in London. Ehe er dann auf die besonders hautpflegenden Eigenschaften des Kaffees stieß, was die „Geburtsstunde“ seines Start-ups mit dem klingenden Namen Mellow Noir wurde, zündete er umweltfreundliches Feuer – mit Bio-Briketts aus Kaffeeresten im Londoner Unternehmen Bio-Been. „Aber ich wollte nicht etwas, das verbrennt, also habe ich mein gesamtes Herzblut, viel Energie und Liebe in andere Verfahren gesteckt.“

Der Durchbruch kam nach seiner Zeit in London („eine unglaublich tolle Stadt, aber teuer“) zurück in Mettmann („hier ist meine Familie, hier sind meine Freunde“). Unterstützt von seinem Vater, selbst Gründer, sowie dem älteren Bruder, einem Steuerberater, der Freundin sowie seiner Mutter nutzte er die Familiengarage als Labor und entwickelte „pur, nachhaltig und hochwirksam“ eine erste Pflege. Viele Labor-Analysen und strenge Qualitätschecks später ging es in die Produktentwicklung, „als erstes entwickelte ich eine Tagescreme“, inzwischen gibt es auch eine Augenpflege sowie ein Spezielles Serum. Sie alle basieren auf Kaffeeöl, „das sind Produkte, die in de Zeit passen“. Als Bonus steht die Nachhaltigkeit seiner Kaffeeöl-Erfindungen, „wer sie benutzt, kann das mit gute Gewissen tun“. Außerdem wird für jedes verkaufte Produkt in die Wiederaufforstung von Wäldern investiert, etwa in Afrika. „Dort bin ich selbst gewesen“, erinnert er sich an eine „unvergessliche Reise“.

Ein sechsstelliger Betrag um die 90.000 Euro wurde für Entwicklung bis Produktreife plus Firmengründung 2017 investiert. Die ersten Förderer konnten begeistert werden, Julian Köster heimste das Gründerstipendium NRW sowie einen den Innovationsgutschein NRW ein. „Die Pandemie bringt viele Herausforderungen mit sich, da mussten wir uns erstmal anpassen“, berichtet er. „Wir haben uns flexibel aufgestellt, ich sehe die aktuelle Zeit auch als Chance, da wir mehr Menschen online erreichen können.“ Die Homepage ist erstellt, der Online-Verkauf läuft, „aber ich würde mich natürlich freuen, die Produkte auch in Handel und Drogerien sehen zu können“. Vielleicht gelingt das alles noch schneller nach seinem Gastspiel heute um 20.15 Uhr in der Höhle der Löwen.