Kreis Mettmann: Gratis ins Museum: Kleine machen's vor

Kreis Mettmann: Gratis ins Museum: Kleine machen's vor

Ab sofort lädt der Landschaftsverband Rheinland einmal im Monat gratis in seine Industriemuseen ein. In den kleinen Museen vor Ort ist der Eintritt meistens frei.

Geht der Trend zu kostenlosen Museumseintritt? "Das Pay-What-You-Want-Modell aus England funktioniert bei uns nicht", sagt Birgit Ströter vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) deutlich. Man habe sich aber in diesem Jahr entschlossen, dass die Museen des LVR zumindest einen kostenfreien Tag anbieten. Ab sofort öffnen die Textilfabrik Cromford in Ratingen, die Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen, die Papiermühle Alte Dombach in Bergisch Galdbach und die Zinkfabrik Altenberg jeden ersten Freitag im Monat zum Null-Tarif. "Gerade der LVR steht für Teilhabe von Menschen mit Behinderung oder wenig Geld. Denen wollen wir ein Angebot machen."

Das beliebte Neanderthal Museum in Mettmann leistet sich freien Eintritt nur an einem Tag im Jahr: bei der kreisweiten Nacht der Museen. Das große Haus mit seinen vielen interaktiven Möglichkeiten finanziert sich indes im Wesentlichen über eine Stiftung und bekommt keine nennenswerten Zuschüsse. Da kann es auf den Eintritt von neun oder elf Euro für Erwachsene und die Hälfte für Kinder kaum verzichten. Für Familien gibt es 20 Prozent Rabatt.

Wer in die Geschichte in Monheims Römischem Museum von Haus Bürgel eintauchen will, muss in der Regel den kleinen Obolus von drei Euro oder 1,50 Euro bezahlen, sofern er nicht unter zehn Jahre alt ist. Allein am Tag des Offenen Denkmals am 9. September sind Eintritt und Führungen gratis. Und am Internationalen Museumstag kommen auch Erwachsene für 1,50 Euro ins Haus.

Die Textilfabrik Cromford bietet ab sofort jeden ersten Freitag im Monat kostenfreien Eintritt an. Foto: Achim Blazy

Das Museum gehört zwar der NRW-Stiftung und wurde von ihr restauriert. Finanziert wird es jedoch im laufenden Geschäft über Eintritt, Spenden und Zuschüsse der Stadt Monheim. Geöffnet ist es samstags, sonntags und feiertags.

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Indes versuchen die teils ehrenamtlich betriebenen und durch Fördervereine unterstützen Museen ganz ohne Eintritt auszukommen. So wie das Eisenbahnmuseum "Lokschuppen" am Ziegeleiweg in Erkrath, hinter dem ein rühriger Verein steht, den einige heimische Sponsoren mit Sachspenden oder Preisnachlässen bei seiner Arbeit unterstützen.

Hinter dem "Lokschuppen" steht ein rühriger Verein. Foto: Teph

Da der Verein das Museum ehrenamtlich und in Eigenregie unterhält, gebe es während der saisonalen Öffnungszeiten gar nicht genug Leute, um eine Kasse besetzten zu können, sagt der Vorsitzende Ralf Fellenberg. Die Vereinsmitglieder begleiten lieber die Besucher durch die Ausstellung, erklären und erzählen - und am Ende füttern dann viele zufriedene Besucher die Spendenbox am Eingang. Außerdem hat der Verein einen Bahnladen und bietet dort Bücher und Magazine an. Da kommt es auch mal vor, dass jemand für 100 Euro einkauft, die dann in die Vereinskasse fließen, so dass müheseliges Einsammeln von kleinen Eintrittsgeldern überflüssig wird.

Saisonstart im Museum, dessen Hauptbestandteil die Dauerausstellung über die erste Eisenbahn in Westdeutschland ist, ist übrigens am 22. April.

Eintritt frei, Spenden willkommen - das ist auch die Devise im Niederbergischen Museum an der Bergstraße in Wülfrath. Dank der Gründung eines Trägervereins und dessen ehrenamtlichem Engagement konnte das Haus nach einjähriger Schließung im November 2006 wieder eröffnet werden. Es dokumentiert seither wieder Leben und Arbeiten in der niederbergischen Region des 19. Jahrhunderts und die Abbaumethoden der Wülfrather Kalkindustrie mit einer großen Sammlung, zu der liebevoll gestaltete Möbel, Werkzeuge und Dinge des täglichen Lebens gehören - "charmant und ohne Distanz zum Besucher", wie der Verein betont.

(RP)