Goldberger Straße in Mettmann: Anlieger fordern mehr Kontrollen

Zu viel Verkehr in der Anliegerstraße : Goldberger fordern mehr Kontrollen

Noch immer nutzen viele Autofahrer die Anliegerstraße als Abkürzung. Geparkte Autos sollen als Hindernis dienen.

Aus Unzufriedenheit über die angespannte Verkehrssituation in der Kreisstadt hatten sich bereits vor einigen Monaten vier Bürgerinitiativen zur „Initiative für Mettmann“ zusammengeschlossen – in der Hoffnung, gemeinsam mehr Druck auf die Politik und Verwaltung ausüben zu können. Dazu gehört auch die Initiative Goldberg.

Beim Treffen im Stadtwaldhaus sind sich die 20 Teilnehmer einig: So kann es verkehrstechnisch in ihrem Quartier nicht weitergehen. Obwohl der Goldberg eine Anliegerstraße ist und es als Alternative die Osttangente gibt, nutzten viele Autofahrer täglich die Strecke, sagt Renate Stricker und belegt dies auch mit Fakten. „Wir haben am 28. März Fahrzeuge gezählt und sind auf 6500 gekommen. Wenn man die 30 Prozent für den berechtigten Anliegerverkehr abzieht, kommen wir immer noch auf etwa 4500, die unbefugt über den Goldberg fahren – täglich“.

Ein Problem, mit dem auch andere Bezirke zu kämpfen haben. Aus diesem Grund fordert die „Initiative Mettmann“ endlich das längst überfällige Lärmschutzgutachten, der Antrag soll im kommenden Bürgerausschuss behandelt werden. „Das Problem dabei allerdings ist, dass in diesem Gutachten nur Hauptstraßen gemessen werden, wir aber wollen, dass auch die viel befahrenen Nebenstraßen mit einbezogen werden“, erklärt die IG-Sprecherin, ein Anwohner nickt zustimmend: „Ich messe bei mir vor dem Haus 73 Dezibel (db), ab 70 db gilt Lärm als stark gesundheitsgefährdend.“

 „Wenn ich das von meinem Balkon aus beobachte, fährt maximal eins von zehn Autos die erlaubten 30 Stundenkilometer“, ärgert sich ein weiterer Anwohner, „wir bräuchten eine Geschwindigkeitsmessanlage mit einem lachenden oder auch weniger freundlichen Gesicht, ich denke, das kann eine Verhaltensveränderung bewirken“. 1700 Euro im Durchschnitt kostet eine solche Anlage, angeblich sei dies der Stadt zu teuer.

Ein Brief an die Polizei, mit der Bitte um regelmäßige Kontrollen an bestimmten Punkten, sei „bitterböse“ beantwortet worden, erzählt Renate Stricker, man wisse selbst, wo man wann kontrolliert, so in etwa sei der Wortlaut gewesen. Neben dem Lärm steigt auch die Belastung der Fahrbahndecke, und noch müssen sich in NRW Anwohner an den Kosten bei Straßenausbauarbeiten beteiligen. „Mittlerweile sind allerdings 400.000 Unterschriften landesweit gesammelt worden, damit ist der Landtag gezwungen, sich mit dem Kommunalabgabegesetz nochmal zu befassen“, weiß Renate Stricker. Dann gibt es noch weitere Ideen, um den Verkehr zu reduzieren: Der grüne Abbiegepfeil an der Bahnstraße könnte abgeschafft, die ganze Ampelrotphase verlängert werden.

Eine recht leicht umsetzbare Möglichkeit sieht ein Teilnehmer der Diskussionsrunde darin, die eigenen Autos künftig nicht mehr in oder vor der Garage zu parken, sondern am Straßenrand. „Und zwar überall dort, wo es erlaubt ist und der Durchfluss für Busse und Rettungsfahrzeuge trotzdem gewährleistet bleibt“, ergänzt er. „Das wird schnell zur Tortur für viele Autofahrer.“ Dann meldet sich ein Bewohner aus Metzkausen zu Wort: „Zuerst einmal sollten wir alle bei uns selbst anfangen und uns nicht nur vor der eigenen Haustür, sondern überall den Regeln entsprechend im Verkehr verhalten. Das würde die Situation schon enorm entspannen.“

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