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Gitarrist von Weltrang gastiert in Mettmann

Mettmann : Gitarrist von Weltrang gastiert in Mettmann

Alexander-Sergei Ramirez begeisterte beim Sommerkonzert. Er war übrigens einst Schüler des HHG.

Einen kulturellen Hochgenuss, verpackt in zauberhafte Gitarrenklänge und amüsante Lesungen, das bot das Sommerkonzert, das jetzt von der Maria-Nenninghoven-Stiftung Freunden und Förderern dieser Stiftung geboten wurde.

Ekkehard Feustel hatte als Geschäftsführer und Organisator dieser Veranstaltungsreihe diesmal Alexander-Sergei Ramirez eingeladen, Professor an der Robert-Schumann-Musikhochschule Düsseldorf. Damit hat er einen der weltweit besten Gitarristen nach Mettmann holen können. Pfarrer Klaus Schilling gehörte mit seinen Lesungen, die diese Konzerte umrahmen, schon zum Urgestein. Er bot eine köstliche Geschichte aus der französischen Provinz, wo das Boule-Spiel, reichhaltiges Essen und der Pastice eine große Rolle spielen.

Die Gitarre ist nun mal das Instrument der Spanier, und damit, historisch bedingt, auch der Südamerikaner. Demzufolge stammten auch die dargebotenen Komponisten aus diesen Ländern, wobei gesagt werden muss, dass ganz viele der Stücke, die Ramirez auf der Gitarre vortrug, Transkriptionen waren, also ursprünglich meist für Klavier komponiert worden waren. Aber die Komponisten stammten eben aus dem spanischen Raum.

Pedro Ximenez-Abrill, der gebürtige Bolivianer, wurde zur Zeit Beethovens als der Rossini Amerikas bezeichnet und verehrt. Seine fünf Menuette und Walzer mit Variationen erfordern ein anmutiges Spiel, das von zauberhaften Girlanden geschmückt war und die Tonarten keck wechselte, von Dur nach Moll.

Witzige Interna gab Ramirez zum Besten: Der paraguayische Komponist Augustin Barrios-Mangoré (1885-1944) hatte wohl schon den Anspruch der Urbevölkerung Südamerikas auf ihre eigene Identität vorweg genommen, denn er trat oft als Indianer gekleidet mit nacktem Oberkörper in offiziellen Konzerten auf und spielte: Bach. Eine irre Vorstellung.

Dazwischen: Ein Dorffest irgendwo in der Provence, Boule und ein Derby mit zehn Ziegen: Pfarrer Schilling genoss in seiner Lesung sichtlich die köstliche Ausmalung der provinziellen Idylle.

Ramirez bewies mit drei Stücken verschiedener Komponisten danach nochmals seine virtuose Spielfertigkeit: Triolen in unglaublicher Vielfalt, Klänge, die zum Träumen verleiteten, herrliche Tonartwechsel – eine unglaubliche Kunst, die das Publikum erleben durfte.

Dass sich dieser international berühmte Gitarrist nach Mettmann einladen ließ, war wohl auch seiner Vita zu verdanken: Er hatte ein paar Jahre im Heinrich-Heine-Gymnasium die Schulbank gedrückt. Doch noch wichtiger waren seine Erfahrungen, die er als junger Gitarrenschüler erleben durfte: In den 1980er Jahren gab es in Mettmann den Internationalen Gitarrenkongress, damals einzigartig in Europa, der dann leider aus finanziellen Gründen gestrichen wurde. Auch Ramirez bedauert dieses noch heute.