Wülfrath: Gewünscht: Pendelbusse zur Regiobahn

Wülfrath: Gewünscht: Pendelbusse zur Regiobahn

Die Regiobahn wird bis Wuppertal verlängert, Wülfrath bekommt einen Gleisanschluss. Die Bürger haben Wünsche.

Düssel bekommt einen Bahnhof. Dort, wo derzeit noch das alte Postgebäude steht, sollen in Zukunft die rot-weißen Wagen der Regiobahn im 20-Minuten-Takt nach Wuppertal und Kaarst pendeln. "Langfristig planen wir auch eine Verlängerung der Strecke nach Viersen und von dort nach Venlo", sagte Joachim Korn. Der Geschäftsführer der Regiobahn stellte bei der Jahresversammlung des Bürgervereins Düssel die Pläne seines Unternehmens vor.

"Wir nutzen die Güterzugstrecke von Mettmann nach Hahnenfurt und werden sie auf 3,6 Kilometern zweigleisig ausbauen. Die Trasse verläuft dann eingleisig weiter über die Halde und an der B7 entlang bis zu den Gleisen der S9."

Die größten Schwierigkeiten lägen in der Durchquerung der Halde. Eine Höhendifferenz von 20 Metern mache es nötig, den Boden für den Streckenverlauf zehn bis 15 Meter tief auszubaggern. "Wir müssen da etwa eine Million Kubikmeter Erde bewegen", kündigte Joachim Korn an. Die Hälfte davon soll oben auf die Halde aufgeschüttet werden. Dagegen regte sich bei den Anwesenden erster Widerstand.

Der Regiobahn-Geschäftsführer machte jedoch deutlich, dass die genaue Höhe der Halde inklusive Bepflanzung bereits vor Jahren in einem Planfeststellungsverfahren genau geregelt worden sei. "Daran halten wir uns." Derzeit gehört das Gelände noch der Firma Rheinkalk. "Wir verhandeln jedoch über einen Kauf", kündigte Joachim Korn an.

Die Halde bereitet ihm jedoch noch weitere Probleme. Denn inzwischen haben seltene Kröten und Lurche dort eine Heimat gefunden und das Unternehmen ist verpflichtet, sie umzusiedeln. "Wir planen im unteren Bereich mehrere Tümpel anzulegen und müssen dann anderthalb Jahre warten, bis die Tiere dorthin gewandert sind."

Bei dieser Ankündigung rollten einige im Saal die Augen, grundsätzlich begrüßten die Bürgervereinsmitglieder jedoch den neuen Anschluss. Sie mahnten allerdings eine bessere Nahverkehrsverbindung zum neuen Bahnhof an und schlugen dafür beispielsweise eine Ringbuslinie vor, die alle Stadtteile und die Bahnstrecke miteinander vernetzt. "Diese Idee greife ich auf", versprach Julia Kunz. Die stellvertretende Leiterin kündigte außerdem eine verbesserte Anbindung von Aprath und günstigere Fahrzeiten der SB69 an. "Wir wollen auch eine gute Taktung beim neuen Bahnhof erreichen, doch für den Nahverkehrsplan ist letztlich der Kreis zuständig. Wir dürfen nur Wünsch-dir-was spielen und ob das gelingt, kann ich erst in einem halben Jahr sagen."

Dann sollen auch die ersten Erdarbeiten für die Verlängerung der Regiobahn beginnen. "Voraussetzung ist, dass wir in den kommenden Monaten die Finanzierungszusage bekommen", betonte Joachim Korn. Deutlich kurzfristiger sind die Pläne des Bürgervereins für Düssel.

Auf dem Dorfplatz sollen bald Hinweisschilder über Flora und Fauna informieren und im Düsseler Wald Schilder mit dem genauen Standpunkt und Notfallnummern für schnelle Hilfe sorgen. "Im vergangenen Jahr ist jemand beim Wandern gestolpert, den Abhang hinunter gestürzt und konnte sich nicht mehr selbst helfen", sagte der Vorsitzende Michael Becker. Er möchte auf der Tillmannsdorfer Straße Schilder installieren lassen, die das Tempo anzeigen.

(domi)
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