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Gesundheit in Mettmann: verbesserte Erstversorgung im EVK

Gesundheit in Mettmann : Verbesserte Erstversorgung im EVK

Mettmanner Klinik hat ein Zertifikat als „Regionales Traumazentrum“ bekommen. Dafür mussten die Prozesse und die Ausstattung des Hauses auf ein höheres Niveau gebracht werden. Das kommt Schwerstverletzten zu Gute.

Mit Blaulicht fährt der Rettungswagen beim EVK Mettmann vor. Nach einem Unfall im Neandertal wird ein schwerverletzter, kaum ansprechbarer Motorradfahrer gebracht. Seine erste Station im Krankenhaus ist der Schockraum. Dort kümmern sich elf Personen aus mehreren medizinischen Fachrichtungen nach Vorankündigung um den Verletzten. Sind Atmung und Kreislauf stabil? Muss er sofort in den OP? Oder soll das CT Aufschluss über innere Verletzungen geben? Im Schockraum stellt die Weichen im Traumazentrum, für das das EVK Mettmann nun ein wichtiges Zertifikat erworben hat.

Vor drei Jahren wurde das Evangelische Krankenhaus (EVK) Mettmann als lokales Traumazentrum zertifiziert. In diesem Jahr wäre eine Erneuerung nötig gewesen. Doch warum lokal, wenn es auch regional geht? Das EVK nahm die Herausforderung an, die die Anforderungen an ein regionales Traumazentrum mit sich bringen. „Es geht um die Versorgung schwerstverletzter Patienten“, betont Geschäftsführerin Jessica Llerondi Pulido. Deshalb hat das EVK in die Struktur und in Personal investiert.

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„Es war viel Arbeit“, betont Stefanie Wiesebach, Leitung des Qualitäts- und Risikomanagements. „Zuerst haben wir die Verbesserungspotentiale abgearbeitet.“ Unter Federführung von Oberarzt Dr. Claus-Robin Fritzemeier wurden seit Ende des vergangenen Jahres Prozesse optimiert, Maßnahmen und Leitlinien verfasst, Fragebögen beantwortet und der Anforderungskatalog bearbeitet. „Es ging darum, die Abläufe im Schockraum zu optimieren“, erklärt Dr. Fritzemeier von der Abteilung Unfallchirurgie und Orthopädie. Also wurden regelmäßige Schockraum-Trainings durchgeführt. Eine weitere Voraussetzung für die Zertifizierung war eine Aufrüstung des Schockraums. „Als regionales Traumazentrum muss unser Schockraum, der interdisziplinäre Eingriffsraum für die klinische Erstversorgung der Schwerverletzten, eine andere, erweiterte Ausstattung haben. Beispielsweise ein Überdruckinfusionsgerät, ein Wärmegerät für Blutkonserven oder auch einen speziellen Bohrer zum Öffnen der Schädelplatte“, erklärt der Oberarzt.

Ein Augenmerk wird darauf gelegt, dass die Abteilungen Hand in Hand arbeiten. „So dass keine Informationen verloren gehen“, sagt Fritzemeier. Ebenfalls überprüft wurde, ob das EVK die Qualitätsstandards auch nachts einhalten kann. So muss das EVK Mettmann zudem eine erweiterte personelle Struktur vorweisen. Außerdem muss der Ablauf von Ankunft des Patienten bis zur Entlassung in eine Reha-Einrichtung genau festgelegt sein und alle Behandlungsabläufe müssen lückenlos dokumentiert werden.

Am Ende war das EVK mit seinen Bemühungen erfolgreich und wurde als regionales Traumazentrum zertifiziert. Das bedeutet, es ist nun Teil des Traumanetzwerkes Bergisches Land, das zurzeit aus zwei überregionalen, vier regionalen sowie acht lokalen Traumazentren besteht. Chefarzt Dr. Andrzej Kaminski betont: „Ich freue mich sehr, dass sich die zeitintensive Arbeit der letzten Monate ausgezahlt hat und das EVK nun vom lokalen zum regionalen Traumazentrum hochgestuft worden ist.“