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Gesamtschulgegner sorgen für Diskussion

Schullandschaft in Mettmann : Gesamtschulgegner sorgen für Diskussion

Gibt es in Mettmann eine ausreichende Zahl an potenziellen Schülern für die Gesamtschule? Das ist eine der zentralen Fragen.

(arue) Die Stellungnahme der Gesamtschulgegner wird in Mettmann kontrovers diskutiert. RP-Leser Helmut Peick glaubt, dass der Zielsetzungen für die Errichtung einer Gesamtschule, die Auswanderung von Gesamtschülern aus Mettmann zu Einrichtungen in benachbarte Städte zu stoppen, „vorgeschoben ist“. Denn die Zahl der Auspendler an Realschulen und Gymnasien sei doch eigentlich genauso hoch wie die der Pendler an die Gesamtschulen im Umland.

Das stimmt nicht ganz: Einer aktuellen Statistik der Stadtverwaltung zufolge pendeln 242 Kinder und Jugendliche aus, um in anderen Städten eine Gesamtschule zu besuchen. Doch es sind mit 303 Kindern und Jugendlichen insgesamt sogar noch mehr, die außerhalb Mettmanns ein Gymnasium (96 Schüler), eine Hauptschule (97) oder eine Realschule (110) besuchen. Hingegen pendeln nur 160 Kinder und Jugendliche aus benachbarten Städten zu den beiden Gymnasien (HHG: 90; KHG: 32) und der Realschule (38) nach Mettmann.

Auch die Bürgerinitiative „Gesamtschule für Mettmann“ reibt sich an den Zahlen, mit denen die Gesamtschulgegner argumentieren. „Selbst beim Erhalt der Realschule müsste dringend eine umfangreiche Sanierung oder ein Neubau realisiert werden“, betont ihr Sprecher Jan Roth. Außerdem sei bereits in der Ratssitzung vom 3. Juli 2018 bestätigt worden, dass ein weiterer Ausbau der Realschule mit fünf Zügen erforderlich sei. „Die Gesamtschule an sich ist daher nicht ursächlicher Veranlasser für Umbau- und Neubautätigkeit und diesbezüglicher Kosten“, betont Roth. Dies sei vielmehr den Prognosen zur Schülerzahl in Mettmann geschuldet, die momentan spürbar zunehme. Roth betont auch, dass ein Rückholeffekt zu erwarten sei, wenn in Mettmann eine Gesamtschule eingerichtet werde – auch deshalb sei mit genügend Schülern für die Gesamtschule zu rechnen.

Die Gesamtschulgegner laden zu einem „Polit-Talk“ ein, um gemeinsam mit Vertretern von Schulleitung, Lehrerkollegium, Schülerschaft, Schulpflegschaft und Politikern weitere offene Fragen zu klären. Er läuft am Freitag, 6. Dezember, von 9 bis 11 Uhr in der Carl-Fuhlrott-Realschule, Goethestraße 33. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht nötig.

(arue)