Gesamtschule: Eltern in Mettmann machen weiter Druck

Mettmann : Gesamtschule: Eltern machen weiter Druck

Die Bürgerinitiative kündigt an, bei Verschleppung des Themas auch „formale Wege anzusteuern“.

Der Schulausschuss wird sich am Donnerstag erneut mit dem Thema „Gesamtschule in Mettmann“ befassen. Denn dann steht ein Antrag der Fraktion der „Grünen“ auf der Tagesordnung: Sie fordert im kommenden Jahr erneut eine Elternbefragung, diesmal allerdings in verbindlicher Form. Das heißt, das Ergebnis dieser Befragung soll Rat und Verwaltung zum Handeln verpflichten. Zugleich soll die Verwaltung mit der Bezirksregierung Gespräche „über alle Modalitäten für die Gründung einer Gesamtschule“ führen, fordern die Sprecher Nils Lessing und Hanne Steffin-Özlük.

Die Grünen unterstützen damit das Anliegen der Bürgerinitiative, die am vergangenen Wochenende erneut Unterschriften zugunsten einer Gesamtschule in Mettmann sammelte. „Insgesamt liegen der Bürgerinitiative bisher über 1300 Unterschriften vor“, berichtet Vorstandsmitglied Jan Roth. Eine nun verbindliche Elternbefragung halte die Bürgerinitiative für „sehr unterstützenswert“.

Zurzeit hat die Stadt Mettmann noch keine Gesamtschule, stattdessen zwei Gymnasien und eine Realschule. Vor wenigen Monaten formierte sich eine Bürgerinitiative, die seither mit Unterschriftensammlungen die Politik dazu bewegen will, das Thema neu aufzurollen – und einer solchen Einrichtung in Mettmann eine Chance zu geben. Die Bürgerinitiative sieht sich durch das Votum einer ersten Elternbefragung im Jahre 2016 gestärkt: Damals sprachen sich 72 Prozent aller Erziehungsberechtigten für eine Gesamtschule aus. Das allerdings noch unter dem Eindruck von G8, der um ein Jahr verkürzten Schullaufbahn, die in beiden Mettmanner Gymnasien damals noch die Regel war. Mag der Unmut mit dieser verkürzten Schullaufbahn der Grund dafür gewesen sein, dass sich die Eltern seinerzeit so deutlich für eine Gesamtschule mit Abschluss Abitur nach neun Jahren ausgesprochen haben?

Durchaus möglich, heißt es aus der Politik. Die Befürworter einer Gesamtschule hingegen sind sicher, dass auch bei einer erneuten Abstimmung jetzt, in Zeiten von G9, wieder ein so eindeutiges Ergebnis möglich ist.

Das aber soll nun endlich verbindlich sein, so dass die Zeit der Diskussionen vorbei sein und die Stadt endlich handeln sollte. „Durch diesen direkten demokratischen Weg wird eine verbindliche Antwort für die Zukunft unserer Schullandschaft ermöglicht“, sagt Tina Kluth, Vorstandmitglied der Bürgerinitiative. Daher soll sich, so eine weitere Forderung der Grünen in ihrem Antrag, die Verwaltung mit der Bezirksregierung zügig „über alle Modalitäten für die Gründung einer Gesamtschule“ abstimmen.

Zugleich machen die Eltern Druck. Ein weiteres Verschieben von Entscheidungen sei für die Öffentlichkeit nach mehrjähriger Diskussion „kaum vermittelbar“, schreiben die Initiatoren in einer Pressemitteilung – und machen mit klaren Worten deutlich: „Sofern für uns erkennbar wird, dass in den kommenden Sitzungen der Fachausschüsse Entscheidungen verschoben oder vermieden werden, werden wir formale Wege der Gemeindeordnung zur Durchsetzung des Bürgerwillens ansteuern.“

Mehr von RP ONLINE