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Georg-Fischer-Häuser – ihre Tage scheinen gezählt

Stadtentwicklung in Mettmann : Georg-Fischer-Häuser – ihre Tage sind gezählt

Baumfällungen weisen darauf hin, dass die Neuplanung des Geländes weiter geht. Im Sommer soll die Politik eine Entscheidung treffen. Wann genau, das entscheiden Verwaltung und Fraktionen diese Woche.

Der Eintrag bei Facebook klingt ein wenig wehmütig: „Die guten alten Fischer-Häuser, noch sind sie da“, schreibt eine Userin. „Meine alte Heimat“, erinnert sich eine andere. „Gehört für mich auch einfach mit zur Mettmanner Geschichte“ äußert sich eine andere. Noch immer stehen die ehemaligen Georg-Fischer-Werkshäuser an der gleichnamigen Straße, obwohl bereits seit 2018 ihr Abriss geplant ist. Zwischenzeitlich stehen sie nach Angaben des Mettmanner Bauvereins leer. Ihm gehört das rund 12.000 Quadratmeter umfassende Areal mit seinen elf Gebäuden. Er hat für den ersten von drei geplanten Bauabschnitten zwischenzeitlich Bäume fällen lassen, um nicht die Brutzeit zu stören. Der Bauverein plant den Abriss der alten Werkswohnungen und den Neubau von 120 bis 125 Wohneinheiten in neun Gebäudekomplexen.

Die Stadtverwaltung will nun den nach erneuter Auslegung überarbeiteten Bebauungsplanentwurf erneut der Politik vorlegen, „so dass „der erforderliche Satzungsbeschluss vor den Sommerferien gefasst werden kann“. Das teilt Baudezernent Kurt Werner Geschorec auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Geplant war vor der Corona-Krise, das Thema am 27. Mai im Hauptausschuss und am 23. Juni im Rat zu behandeln.

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Die Stadt hat ein großes Interesse an den Neubauten. „Die Nachverdichtung des überalterten Wohngebiets an der Georg-Fischer-Straße ist städtebaulich sinnvoll und verträglich möglich“, sagt Geschorec. Außerdem sind auf dem Gelände weitere Kita-Plätze in zwei Gruppen eingeplant – auch daran ist der Stadt sehr gelegen.

Allerdings gibt es auch Einwände gegen das Projekt „Lindenpark“: Die benachbarte Firma Fondium, vormals Georg Fischer, sorgt sich um ihren Bestandsschutz. „Da sind wir gebrannte Kinder“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Achim Schneider. Die Stadt Mettmann habe zwischenzeitlich zwar das Wohn- in ein Mischgebiet umgewandelt, in dem auch Gewerbe möglich ist. „Doch berücksichtigt das nicht die so genannte Entwicklungsoffenheit unseres Unternehmens.“ Das heißt, es werde nicht eingeplant, dass das Unternehmen womöglich räumlich expandieren muss und dabei näher an die Wohnbebauung heran rückt. Fondium will den für Sommer in Aussicht gestellten Bebauungsplanbeschluss abwarten, „um dann die Sach- und Rechtslage weiter bewerten zu können“, sagt Schneider.

Auch die „Bürgerinitiative Georg-Fischer-Straße“ ist seit den jüngsten Baumfällungen – bei denen es laut Bauverein nicht bleiben wird – wieder hellhörig geworden. Dass deren Sprecher Jens Wendland und Tim Felgner davon nicht informiert wurden, „hat uns sehr enttäuscht“, sagt Wendland und sieht darin „einen Rückfall in alte Zeiten“. In den neuen Entwürfen für das Viertel seien zwar einige Ideen aufgenommen worden, doch der Erhalt des alten Baumbestands gehöre offenbar nicht dazu. Außerdem will Wendland erfahren haben, dass der Bauverein nun doch nicht auf die geplanten Tiefgaragen verzichten will. Die Bürgerinitiative wende sich nicht gegen die Wohnnutzung an sich, sondern fordere, die alten Bäume und den bisherigen Charakter der Siedlung „als historisches Zeugnis und zu erhalten“.